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Monatsarchiv für März 2011

Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel

Donnerstag, den 31. März 2011

An Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundeskanzleramt

Willi-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin

30. März 2011

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

wir sind in tiefer Sorge. Die diesen offenen Brief unterzeichnenden Wissenschaftler sind über die Vorgänge in Japan seit dem 11.3.11 erschrocken und möchten an erster Stelle ihr Bedauern über das Schicksal der Bevölkerung dort ausdrücken. Zur Naturkatastrophe tritt möglicherweise eine menschengemachte Kernenergiekatastrophe in Fukushima hinzu, welche die Bevölkerung zusätzlich kurz-, mittel- und langfristig schwer schädigt. Wir hoffen, mit der Bevölkerung Japans und mit den Wissenschaftlern und Technikern in Fukushima, dass es dort nicht zu einem Super GAU kommen wird.

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Wir befürchten, dass die Wissenschaft zu lange in der Auseinandersetzung um die Kernkraft in Deutschland geschwiegen hat, in der Hoffnung, dass bis zum Ausstieg aus der Kernenergie nichts passieren wird. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir unsere Stimme erheben und klar zum Ausdruck bringen, dass es keine sicheren Kernkraftwerke geben kann, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft, und zwar aus physikalischen und technischen Gründen.

Schon die Unfälle von Windscale 1957, Lucen 1969, Three Mile Island 1979 und von Tschernobyl 1986 sowie der “Beinahe GAU” von Forsmark in 2006 zeigen, dass das Restrisiko in der Vergangenheit etwa alle 10 Jahre Wirklichkeit wurde. Die aktuellen Entwicklungen in Japan, einem der führenden Hochtechnologieländer, drohen diese tragische Reihe nun fortzusetzen. Unbeherrschbare Zustände komplexer Technologien sind nicht deshalb unvermeidbar, weil die Wissenschaft und Technik noch nicht so weit sind, sondern dies ist eine prinzipielle, naturwissenschaftliche Problematik.

Die physikalische Chaostheorie sagt, dass kleinste Änderungen in komplexen Systemen sehr große Auswirkung haben können. Mit anderen Worten: Wir können aus naturwissenschaftlichen Gründen niemals wissen, wie sicher unsere Kernkraftwerke wirklich sind, denn wir sind nicht in der Lage, ihre Sicherheit zu berechnen. Die Unvorhersagbarkeit von komplexen technischen Systemen ist unabhängig von der zur Verfügung stehenden Menge der Betriebsinformationen, weil das Gesamtsystem grundsätzlich nicht durch die Analyse seiner einzelnen Komponenten voll verstanden werden kann. Daher können wir prinzipiell nicht wissen, warum und wann technische Systeme versagen. Wir stoßen hier an eine fundamentale Schranke menschlicher Fähigkeiten. Im Fall von Kernkraftwerken mit Gefahren für Millionen von Menschen ist dies nicht länger zu tolerieren.

Risiken derartiger katastrophaler Unfälle müssen nicht in Kauf genommen werden! Wir können heute mit Wasser, Wind, Sonne, Bioenergie und Geothermie ausreichend Strom bereit stellen, um bereits bis 2020 oder auch früher die Leistung der Kernkraftwerke in Deutschland und dann auch in Europa zu ersetzen. Die energetischen und technischen Potenziale der Effizienztechnologien und der erneuerbaren Energien sind größer als alle anderen fossilen oder nuklearen Energiepotenziale, sie sind umweltfreundlich, wirtschaftlich und sozial akzeptabel. Bei weiterem Ausbau der erneuerbaren Energien wird in kurzer Zeit die durch Kernkraftwerke eingespeiste Strommenge von 140 TWh/a vollständig zu ersetzen sein. Dieses bedingt natürlich den Ausbau der Infrastruktur wie Stromnetze und Speichermöglichkeiten um zum Beispiel den Austausch mit Wasserkraft in der Schweiz und Norwegen zu ermöglichen.

Wir brauchen die Kernkraft nicht als Brückentechnologie zur Einführung der erneuerbaren Energien. Der bereits in den letzten Jahren beobachtete rasche Zubau der Erneuerbaren wird durch die geringe Flexibilität der Kernkraftwerke eher behindert. Geeignete Brückentechnologien hingegen sind gasgefeuerte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zusammen mit Speichern und dem Netzausbau. Erdgas kann dabei sukzessive durch biogene Gase und Wasserstoff aus effektiver, großvolumiger Elektrolyse bzw. durch Methan aus der Methanisierung von Wasserstoff ersetzt werden. Damit könnte unsere Abhängigkeit von Gasimporten deutlich verringert werden. Die Entwicklung dieser Technologien sollte zusammen mit Energieeffizienzmaßnahmen hohe Priorität haben.

Lange Laufzeiten von Kernkraftwerken werden auch ökonomisch zunehmend fragwürdig. Denn der zunehmende Betrieb in Unterlast führt zu einem immer weniger rentablen Betrieb. Zu beachten ist weiterhin, dass die Atomenergie die teuerste Energieerzeugung ist, wenn alle Erzeugungsmethoden den gleichen üblichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterworfen werden. Dazu zählt auch die Versicherung der Anlagen. Dies ist heute nicht der Fall; kein Haus, kein Auto, keine Fabrik ist gegen Kernkraftunfälle versichert. Diese Ausfallbürgschaft der öffentlichen Hand bzw. der Gesellschaft, die sich seit langem mehrheitlich gegen die nukleare Stromerzeugung ausspricht, sollte von der Politik umgehend zurück genommen werden. Nur die versteckten Subventionen machen Strom aus Kernenergie so „billig“.

Demgegenüber können wir bei einem Umstieg auf die Erneuerbaren bis 2050 einen kumulierten volkswirtschaftlichen Vorteil von 750 Mrd. € erwarten, wie im “Energieszenario 2050″ von sieben Mitgliedern des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien (FVEE) im Detail beschrieben wurde.

Ein weiteres Thema ist die Förderung der Kernfusion, die in den letzten Jahrzehnten aus Mitteln für Energieforschung unterstützt wurde. Wir haben ernste Zweifel, ob überhaupt und wann die wissenschaftlichen Durchbrüche erreicht werden, die noch erforderlich sind, um nach 2050 wirklich Strom mit dieser Technologie zu gewinnen. Auf der einen Seite steht das völlig ungelöste Problem der Wandmaterialien, die den Bedingungen des Millionen Grad heißen Plasmas jahrzehntelang widerstehen müssen. Auf der anderen Seite steht das ökonomische Argument: Selbst wenn es gelingt, nach 2050 einen Fusionsreaktor kommerziell zu betreiben, wird dieser Strom bedeutend teurer sein als künftiger Strom aus erneuerbaren Energien.

„Wir gehen den Weg in das Zeitalter der regenerativen Energie“ heißt es in der Präambel des Koalitionsvertrages von CDU, CSU und FDP. Auf diesem Weg sind wir bisher aufgrund eines breiten gesellschaftlichen Konsenses und dem effektiven Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gut voran gekommen. Im Jahr 2010 haben erneuerbare Energien bereits 17% unseres Strombedarfs gedeckt und in der gesamten Branche arbeiten 366.000 Menschen. Deutschland ist Exportweltmeister und in weiten Bereichen technologisch führend. Dafür kamen und kommen die maßgeblichen Impulse aus der Wissenschaft. Vor dem Hintergrund der aktuellen Erarbeitung des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung erwarten wir deshalb auch eine Neuausrichtung der Forschung: Die Mittel für die Nuklearforschung sollten vollständig für die Erforschung der erneuerbaren Energien und für Energieeffizienztechnologien umgewidmet werden. Auch die zusätzlich notwendige deutliche Aufstockung aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ ist möglich, in dem wegfallende Einnahmen aus der Kernbrennstoffsteuer durch höhere Erlöse aus der Versteigerung von Berechtigungen zur Emission von Treibhausgasen kompensiert werden. Gegebenenfalls ist dafür eine Anpassung der Emissionsmengen erforderlich.

Das von der Bundesregierung bereits ausgesprochene Moratorium der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Im Angesicht der Ereignisse in Japan sollten die deutschen Laufzeitverlängerungen dauerhaft zurück genommen und durch ein beschleunigtes Ausstiegsszenario ersetzt werden, mit einem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz.

Bitte bedenken Sie, Frau Bundeskanzlerin, auch die Vorbildwirkung und die enormen Chancen, die das weitere deutsche Vorgehen in Europa sowie weltweit haben wird. Unsere in den letzten Jahren erreichte Spitzenstellung im Bereich der erneuerbaren Energietechnologien wird weltweit gesehen und bewundert. Die genannte Neuausrichtung der Energie- und Energieforschungspolitik in diese Richtung wird ebenso beachtet werden und die Handlungen globaler Akteure zu einer nachhaltigen Energieversorgung beeinflussen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme

Goethestr. 3, 79100 Freiburg

Die Liste der 306 Erst-Unterzeichnenden als Anlage Offener-Brief-Lister-der-Unterzeichner.

Foto © Pixelio.de | Dieter Schütz

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TelDaFax hat Sorgen – oder Sorgen gelöst?

Mittwoch, den 30. März 2011

Am 26.03.2011 hier die Meldung bei Welt.de noch “TelDaFax am Abgrund” . Zwei Tage später wird “ein neuer Investor verkündet” . Was ist dran, an den Problemen mit TelDaFax?

TelDaFax mit neuen Investor?

Welt-Online hat sich sehr ausführlich mit dem Thema TelDaFax (s.a. Focus.de) beschäftigt und macht deutlich, wie wichtig es ist, dass, wenn man wechselt, man auch den richtigen Anbieter für sich auswählt.

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Andererseits kann man auch Geld sparen, wenn man vor Ort seinen Stromanbieter mal “ausquetscht”, um einen besseren und günstigeren Vertrag zu bekommen. Bei Stromauskunft.de kann man konkret seinen Ort eingeben und bekommt gezielt Informationen zu einem Stromanbieter.

Screenshot © Stromauskunft.de

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Bürger wählen den Atomausstieg

Dienstag, den 29. März 2011

Hinter uns liegt ein historisches Wahlwochenende. Aller Voraussicht nach wird in Kürze der erste grüne Ministerpräsident der deutschen Geschichte ins Amt treten. Und wem ist das zu verdanken? Der Atomkraft.

Baden-Württemberg wird grün

Gerd AltmannBis zum vergangenen Sonntag war das Bundesland Baden-Württemberg so schwarz wie der Helm eines Kohlekumpels in der Nachtschicht. Nach mehr als fünf Jahrzehnten ununterbrochener CDU-Regentschaft steht dem Ländle nun nicht einfach nur ein Politikwechsel ins Haus – die Bürger haben einen in dieser Form bislang einmaligen Umbruch eingeleitet: Ein Grüner wird Landesvater. Die Gründe, warum der Volksmund ab sofort auch die Wortkombination “grün-rot” benutzen darf, wurden von Wahlanalysten und deprimierten Politikern schnell benannt: Stuttgart 21, die AKW-Laufzeitverlängerung und, ganz wichtig, Fukushima. Dass die politische Neuorientierung erst nach einer der furchtbarsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte von Statten geht, ist einerseits traurig, andererseits vielleicht auch bezeichnend. Interessant waren diesbezüglich vor allem die Reaktionen der Wahlverlierer. Wurde in den Reihen von Union und FDP vor wenigen Tagen noch von der “Energiewende nach Augenmaß” gesprochen, heißt es von Röttgen bis Lindner jetzt nur noch: “Wir müssen so schnell wie möglich raus aus der Atomkraft.” Komisch, solche Versprechen hört man eigentlich vor und nicht nach der Wahl.

Der vergangene Sonntag bedeutet insgesamt keinen Linksruck der politischen Landschaft, sondern wohl eher eine Art Ökoruck. Denn außer Grün sind sie alle Verlierer. Fairerweise muss man einräumen, dass wohl keine der unterlegenen Parteien, weder CDU oder FDP, noch SPD oder Linke, angesichts der globalen Entwicklungen überhaupt eine Chance hatte. Die Bürger haben sich schlicht die Frage gestellt, wer ihnen den Atomausstieg am schnellsten bringt. Und die Antwort hieß Grün. Dafür hat die Partei schließlich jahrzehntelang gefochten. Wichtig ist vor allem eins: Genau wie die Grünen selbst, sind mittlerweile auch die Themen Umwelt und Energie vom politischen Nischendasein in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt.

Foto © Pixelio, Gerd Altmann

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Billigstrom statt Ökostrom

Freitag, den 25. März 2011

Eine von Yahoo! Deutschland veröffentlichte Energiemarkt-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die große Mehrheit der Bundesbürger beim Thema Stromanbieterwechsel finanzielle Aspekte deutlich über den Umweltgedanken stellt. Allerdings: Die Befragung erfolgte wenige Tage vor der Katastrophe im japanischen AKW Fukushima. Seither berichten zahlreiche Versorger von einem regelrechten Run auf Ökostrom.

Geld oder Gewissen

Klaus-Uwe GerhardtZwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen oftmals ganze Welten. Und genau dies gilt auch laut der vorliegenden Studie beim Wechselverhalten deutscher Stromkunden. Zwar befinden mehr als drei Viertel der Befragten die Themen Umweltschutz und Energiesparen grundsätzlich für wichtig – der konkrete Stromtarif wird allerdings nach anderen Maßstäben ausgewählt. Mit einer Quote von über 90 Prozent steht das Kriterium “günstiger Preis” an erster Stelle der Motive für einen Anbieterwechsel. Weiterhin legen 90 Prozent der Befragten Wert auf eine “lange Preisgarantie” und 80 Prozent überzeugt das Argument “guter Service”. Und die Umwelt? Abgeschlagen. Das Kriterium Ökostrom rangiert laut Studie weit hinter den genannten finanziellen Aspekten – 50 Prozent der Befragten stufen klimaschonende Tarife als wichtig ein.

Dass sich die Welt seit Fukushima anders dreht, spüren wir jeden Tag. Und neben der neu eröffneten Atomdiskussion auf politischer Ebene sind auch die Verbraucher beim Thema Stromquellen innerhalb kürzester Zeit neu sensibilisiert worden. Viele Versorger verzeichnen deutlich gestiegene Absätze bei ihren Ökostrom-Angeboten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend auch anhält, wenn die rauchenden Reaktoren auf der anderen Seite des Globus längst einbetoniert sind. Mal abgesehen davon: Billigstrom oder Ökostrom, Geld oder Gewissen – das muss sich nicht zwangsläufig ausschließen. Viele Verbraucher setzen Klimaschutz fälschlicherweise mit hohen Strompreisen gleich. Und das, obwohl die meisten noch immer in der teuersten Tarifart überhaupt stecken: der Grundversorgung. Ökostrom ist schon heute günstiger zu bekommen – rechnen Sie selbst.

Foto © Pixelio, Klaus-Uwe Gerhardt

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Die Welt wartet auf den Super-GAU

Freitag, den 18. März 2011

Seit knapp einer Woche ist die Weltbevölkerung medialer Gast beim schleichenden Schrecken in Japan. Fast stündlich neue Notstandsmeldungen mit zwischenzeitlichen Hoffnungsfunken, die dann doch schnell verglimmen. Was bleibt, ist die Machtlosigkeit. Und die Erkenntnis, dass man die eigene, monströse Technologie nie wirklich beherrscht hat.

Fukushima wird zum globalen Schock

Thommy WeissWenn Wasserwerfer, die sonst nur aufmüpfige Demonstranten von der Straße spritzen, einen detonierten Reaktor kühlen sollen, wenn fünfzig verbliebene Techniker, die weiterhin tapfer gegen die drohende Kernschmelze im AKW Fukushima ankämpfen, in der Öffentlichkeit bereits als todgeweiht bezeichnet werden, und wenn ein für seine kontrollierte Gelassenheit berühmtes Volk die Massenflucht vor der Strahlung antritt  – dann ist die Welt wahrlich aus den Fugen geraten. Kein anderes Vorkommnis rüttelt den Globus aktuell derart wach. Weder die blutigen Ausschreitungen in Bahrain, noch die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Libyen, noch die Tatsache, dass tausende Japaner durch Erdbeben und Tsunamis und nicht etwa durch eine radioaktive Wolke ums Leben gekommen sind. Der Grund, warum uns vor allem der drohende Super-GAU derart sensibilisiert, liegt auf der Hand: Wir haben den atomaren Schrecken vor der eigenen Haustür. In Deutschland kennt man vergleichbare Naturkatastrophen nur als Fernsehbilder oder schlimmstenfalls vom Hörensagen. Und trotzdem führt uns die Situation in Japan schmerzlich vor Augen, dass das Undenkbare zu jeder Zeit und an jedem Ort passieren kann. Und dass im Ernstfall Spitzentechnologien, Sicherheitsstandards und Notfallpläne im Nichts verpuffen.

In den ersten Tagen des Störfalls keimte die Hoffnung auf, dass hierzulande eine pietätvolle, ideologiefreie Diskussion ohne parteipolitische Scharmützel geführt werden könnte. Dass man sich zumindest im Angesicht der Tragödie die Hände reichen würde. Diese Hoffnung hat sich schnell erledigt. Obwohl man der Bundesregierung zu Gute halten muss, im Gegensatz zum überwiegenden Rest der Welt überhaupt irgendwelche Zeichen des Umdenkens erkennen zu lassen, ist man nach nur einer Woche zum altbewährten Programm zurückgekehrt. Union und FDP proklamieren mit ihrem dreimonatigen Moratorium eine Politik des Aussitzens, die sie als  “Wandel mit Augenmaß” bezeichnen, und die Opposition kreischt lauter als im Kindergarten von vergangenen Fehlern. Eine Katastrophe in der Katastrophe.

Foto © Pixelio, Thommy Weiss

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Kommentar: AKWs in Deutschland sicher?

Freitag, den 18. März 2011

Die tragischen Ereignisse in Japan haben Auswirkung auf unsere Atompolitik. Was mich wundert ist, wie einfach die Verlängerung der Laufzeit durch gewunken wurde. Jetzt plötzlich ein hektisches Zurückrudern.

Deutsche AKWs: Sicher oder nicht?

Natürlich ist das alles schrecklich, was da in Japan passiert und man kann kaum abschätzen, welche Auswirkung dieser Unfall für die Umwelt und die Wirtschaft hat. Was mich nur irritiert ist, dass die Laufzeitverlängerung lange diskutiert, dann verabschiedet wurde und jetzt, plötzlich zumindest erst einmal die alten AKWs vom Netz genommen werden. Ruck-Zuck im Schnellverfahren.

220273_R_K_by_Stihl024_pixelio-akw-Neckarwestheim-540Da gibt es natürlich eine Menge Fragen: Sind die alten AKW doch nicht so sicher, wie man uns lange glauben lassen wollte? Reicht die Strommenge, die die neuen AKW produzieren zusammen mit der Menge, die wir schon über alternative Energien erzeugen?

Sicher ist erst einmal dass vier deutsche AKWs (tagesschau.de) geschlossen werden. Zusätzlich stehen drei AKWs zur Diskussion. Die aus dem Netz genommenen Kernkraftwerke werden vermutlich nicht wieder in Betrieb genommen, weil die Kosten zu hoch sind.

An anderen Orten überall auf der Welt wird unvermindert an neuen Kernkraftwerken weitergearbeitet. The Show must go on.

Foto AKW in Neckarwestheim soll vom Netz gehen © Pixelio | Stihl024

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Atomkraftwerke in Japan vor dem Kollaps?

Samstag, den 12. März 2011

Im Minutentakt kommen die Meldungen auf meinem Handy an: Offenbar gab es Explosion in japanischen AKW (s.a. Tagesschau.de). Die hochtechnisierte Nation Japan hat ein riesiges Problem. Können nach der Katastrophe in Japan, die Atomkraftwerke (AKW) tatsächlich noch weiter betrieben werden?

n-tv meldet: Schäden am Reaktorgebäude

Japan ist eine hochtechnisierte Nation. Japan baut sichere Autos. Japan kann sich auf seine Behörden und seine Sicherheitsstandards verlassen. Japan ist geübt im Umgang mit Erdbeben. Und jetzt das: Japan muss hilflos zusehen, wie alles vorher geübte nichts nutzt.

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Obwohl Japan eine Hightech-Nation ist und die Menschen natürlich mit einer guten Kommunikationstechnik informiert hat, ist zu befürchten, dass es Tausende von Toten gegeben hat. Die Zahlen gehen auseinander: Während man News.de noch von knapp 400 spricht, wird bei YouTube schon von mehr als Tausend ausgegangen.

Wie geht es weiter?

Natürlich ist es zu früh, darüber zu spekulieren, ob Japan ohne AKWs auskommen kann und was die Alternativen sind. Jetzt muss den Menschen in Japan erst einmal geholfen werden zur Normalität zurück zu finden.

Was bleibt, ist das ungute Gefühl, dass wir in Japan noch einmal knapp am Mega-Gau vorbeigeschrappt sind. Offen bleibt die Frage: Wie soll die Stromversorgung in Japan sicher gestellt werden?

Screenshot © Tagesschau.de

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Monatliche Stromrechnung

Donnerstag, den 10. März 2011

Strom- und Gasrechnungen gehören zu den letzten Bastionen in Sachen pauschaler Zahlungsmodelle. Warum wir immer noch Monat für Monat einen ungefähren Schätzwert an unsere Energieversorger entrichten, um dann nach Jahresfrist das große Erwachen zu erleben, wissen wir Verbraucher wohl selbst nicht so genau. Es war einfach nie anders. Nun aber fordert Günther Oettinger, Deutschlands Energiepolitiker auf der europäischen Bühne, detaillierte Monatsrechnungen für alle Kunden.

EU regt neue Abrechnungsmodelle für Strom und Gas an

Ernst RoseIn der “Welt am Sonntag” erklärte Oettinger vor wenigen Tagen Folgendes: “Wir wollen keine großen Abrechnungen mehr, die der Kunde nur einmal im Jahr von seinem Versorger bekommt. Stattdessen gibt es eine detaillierte Verbrauchs- und Kostenrechnung, und die jeden Monat. Wer Auto fährt, weiß, wie die Benzinpreise wo sind, wie viel sein Wagen auf hundert Kilometer verbraucht. Im Stromverbrauch oder bei der Wärme sind wir sehr wenig informiert und entscheidungsfähig.” Genau dies soll sich auch durch den am Dienstag vorgelegten Energieeffizienzplan der EU-Kommision ändern. Das Papier enthält unter anderem die dringende Empfehlung, Europa in Sachen intelligente Netze und Zähler flächendeckend fit zu machen. In der neuen Welt der Smart Grids und Smart Meter würden sich die bisherigen Abrechnungsmodelle für Strom und Gas nämlich selbst erübrigen. Und nicht nur das – auch die gegenwärtigen Tarife der Anbieter müssten deutlich umformuliert werden.

Was die Energieversorgung der Zukunft braucht – da sind sich alle Experten einig – sind zeit- und lastvariable Tarife mit kurzfristig detaillierten Abrechnungen. Das schafft nicht nur ein Plus an Energieeffizienz durch intelligenteren Verbrauch, sondern auch mehr Transparenz und damit eine höhere Selbstbestimmtheit der Energieverbraucher. Und mal ganz nebenbei: Würden die Versorger die große Rechnungskeule nicht nur einmal pro Jahr rausholen, sondern Preissteigerungen unmittelbar auf ihren Kunden abladen, würden wir wahrscheinlich eine ganzjährig stabile Quote von Anbieterwechseln beobachten.

Foto © Pixelio, Ernst Rose

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Wasserstoff ein wichtiger Energieträger?

Freitag, den 4. März 2011

Um Wasserstoff zu erzeugen, wird meist eine andere Energieform benötigt (z.B. Strom aus Windenergie im Idealfall). Wasserstoff könnte Diesel und Benzin im Kraftfahrzeugbereich ersetzen.

Hessische Wasserstoff- und Brennstoffzellenkompetenz in Japan

Japan ist einer der wichtigsten Leitanbieter und Leitmärkte für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Um dort präsent zu sein und die Kontakte zu den Technologieentwicklern und -anwendern zu vertiefen, beteiligt sich die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen (H2BZ-Initiative Hessen) 2011 an der weltweit größten Industrieveranstaltung „FC EXPO“ in Japan.

Mercedes F700

Zur Veranstaltung vom 02.-04. März in Tokio werden 450 Aussteller und 135.000 Besucher erwartet. Die bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft HA Hessen Agentur in Wiesbaden angesiedelte und vom Hessischen Umwelt- und Energieministerium geförderte H2BZ-Initiative Hessen repräsentiert rund 50 Unternehmen und Institutionen in Hessen und dem weiteren Rhein-Main-Gebiet. Darunter sind namhafte Firmen aus der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

„Es ist wichtig, dass Hessen auf dieser internationalen Leitveranstaltung zu Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Flagge zeigt“, so Professor Dr. Birgit Scheppat. Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gilt als der Hoffnungsträger im Bereich der umweltgerechten Energieversorgung in der Hausenergieversorgung, bei portablen Anwendungen sowie vor allem bei der Elektromobilität.

Linktipps:

Foto (c) IAA 2007 Gerd Kebschull

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CeBIT 2011

Mittwoch, den 2. März 2011

Die CeBIT 2011 steht natürlich wieder mal unter dem Motto, schneller, kleiner besser. Die Kommunikation via SmartPhone wird immer wichtiger. Den Stromverbrauch zu senken, haben viele Hersteller ganz oben auf ihre Agenda geschrieben.

Neue Hardware für Breitband

  • Neue FRITZ!Box-Modelle auch für Breitband über DSL und Kabel
  • Heimnetz: Neuer WLAN-Repeater, Powerline und neues DECT-Telefon

Fritz auf der CeBIt 2011 494x640Neue Produkte und Innovationen für Breitbandanschluss und Heimnetz stehen im Mittelpunkt des AVM-Messeauftritts zur Cebit 2011. So zeigt der Berliner Kommunikationsspezialist erstmals eine FRITZ!Box für die neue Breitbandtechnologie LTE. Neue FRITZ!Box-Modelle für DSL- und Kabelanschluss ergänzen die LTE-Premiere. Geräte, die nicht über WLAN, sondern nur über einen LAN-Anschluss verfügen, werden mit neuen Produkten wie FRITZ!WLAN Repeater 300E und FRITZ!Powerline 500E in das Heimnetz integriert.

Live auf dem AVM-Messestand

Alle Neuheiten sind auf dem AVM-Messestand in Halle 13, Stand C48 live
im Einsatz. Im FRITZ!Labor (avm.de/labor) können interessierte Anwender ebenfalls viele der genannten Innovationen ausprobieren. Aber Achtung: Beta-Version haben den Nachteil, dass noch “Macken” vorhanden sein können.

Linktipps:

Foto © AVM

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