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Monatsarchiv für Juli 2010

Gretchenfrage: Wirtschaft oder Klima?

Donnerstag, den 29. Juli 2010

Heutzutage findet man ja kaum noch Politiker, die sich nach eigenen Aussagen nicht für den Klimaschutz stark machen. Kein Wunder, denn Klimapolitik ist die Politik der guten Jungs (und Mädels). Sie ist öffentlichkeitswirksam, zukunftsorientiert und hat einen schweren Beigeschmack von weißer Weste. Da wirkt es fast schon erfrischend, dass der Wirtschaftsrat der CDU kürzlich kräftig ins andere Horn geblasen hat.

Wirtschaftsrat wettert gegen Klimaschutz

Rainer SturmKurt J. Lauk, seines Zeichens Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, forderte unlängst Richtung EU-Parlament: “Unser Aufschwung darf nicht durch überbordende Klimapolitik gefährdet werden!” Beispielsweise sei eine Erhöhung des derzeitigen, 20-prozentigen CO2-Minderungsziels auf 30 Prozent nicht akzeptabel. Experten zufolge würde dies nämlich keinen Mehrwert für Umwelt und Klima darstellen, sehr wohl aber auf die Kasse drücken. Schätzungen würden davon ausgehen, dass das Erreichen der Klimaziele Kosten von bis zu 200 Milliarden Euro verursachen könnte, der Temperaturanstieg damit jedoch nur um etwa 0,05 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts gemindert würde. Welche Experten hier nun wieder ausgebuddelt wurden, weiß man nicht, ist aber auch erstmal egal. Weiterhin empfiehlt der Wirtschaftsrat der CDU, Europa müsse hinsichtlich neuer Energietechnologien zwar Innovationen fördern, dürfe sich aber den heutigen Realitäten nicht verschließen. Mit “Realitäten” meint man dann wohl Kohle und Atomkraft. Lauk abschließend: “Angesichts der noch immer nicht stabilen Lage auf den Wirtschafts- und Finanzmärkten darf unser Aufschwung nicht durch zusätzliche, politisch begründete Auflagen gefährdet werden.”

Dann wollen wir den Spieß doch mal umdrehen und unser Wirtschaften aus klimapolitischer Perspektive beurteilen. Mutter Natur würde uns wohl folgenden Rat geben: Nehmt Kohle- und Atomkraft vom Netz, stoppt die Förderung von Öl und Gas, mottet eure Autos und Airbusse ein und fahrt nur noch per Fahrrad oder Tretboot in den Urlaub. Worauf ich hinaus will: Es macht genauso wenig Sinn, ökonomisch gegen den Klimaschutz zu argumentieren wie klimapolitisch gegen die Wirtschaft. Das sind zwei Pole, die sich ab einem gewissen Annäherungsgrad abstoßen. Am Ende kann man nur Entscheidungen treffen – und da wird immer irgendjemand meckern.

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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Volksentscheid über Atomausstieg

Montag, den 26. Juli 2010

Vor Kurzem stimmten Hamburgs Bürger über die schulische Zukunft ihrer Kinder ab – mit hohem Medieninteresse und geringer Wahlbeteiligung. Nun fordern bestimmte politische Lager, den Volksentscheid auch auf Bundesebene einzuführen. Unter anderem bei der Frage: Atomausstieg – ja oder nein?

Sollen Bürger über Laufzeitverlängerungen entscheiden?

Thorben WengertSPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erinnerte in Folge des Hamburger Volksentscheids daran, dass ihre Partei bereits seit Jahren versuche, Bürgervoten auch auf Bundesebene durchzusetzen, damit aber bislang stets an der Union gescheitert sei. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sagte in diesem Zusammenhang, Volksentscheide auf Bundesebene würden die Demokratie beleben, und brachte direkt das Thema AKW-Laufzeitverlängerungen ins Spiel. Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sprach sich für eine Einführung von Volksbegehren und -entscheiden auf Bundesebene aus. “Die dafür notwendigen Änderungen des Grundgesetzes wurden aber von CDU, CSU und der Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat blockiert.” Unterm Strich ist es also in erster Linie die Opposition, die Bürgervoten auch und vor allem in Sachen Atomausstieg fordert.

In den Nachwehen des Hamburger Volksentscheids über die Einführung der Primarschule hörte man oft den Satz: “Das ist gelebte Demokratie.” Allerdings nur aus dem Lager der Gewinner. Bürgervoten werden in der Regel immer von der Seite gefordert, die sich des Sieges ohnehin gewiss ist. In Hamburg wusste man, dass die sozial priviligierten Stadtteile fleißig für das bisherige Schulmodell stimmen würden, während in den sozial schwächeren Regionen, die von der geforderten Reform letztlich profitiert hätten, die Wahlbeteiligung erwartungsgemäß gering blieb. Die Gründe mögen in Bildungsnachteilen, Desinformation oder auch einfach mangelndem Interesse liegen. Aber letztlich ist Folgendes wichtig: Auch Volksentscheide erreichen längst nicht das ganze Volk. Und das weiß natürlich auch die politische Opposition. Während sie eine massive Front von Atomkraftgegnern hinter sich wähnt, ist von Seiten der AKW-Befürworter längst nicht soviel Feuer und Flamme zu erwarten.

Foto © Pixelio, Thorben Wengert

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TV: ZDF-”Länderspiegel-Reportage”

Dienstag, den 20. Juli 2010

Jeder ärgert sich über die zu hohen Energiepreise. Man ist den Stromanbietern hilflos ausgesetzt. Nicht wenn man Selbstversorger ist. Kann man sich unabhängig machen von den Energieriesen? Dieser interessanten Frage ist die Serie ZDF-”Länderspiegel-Reportage” nachgegangen.

Energie Do-it-yourself

  • Bürger nehmen Energieversorgung selbst in die Hand
  • ZDF-”Länderspiegel” berichtet über Initiativen ganzer Gemeinden

IMG_6191_Windrad_Kebschull_479x640Während die Politik in diesem Sommer über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken streitet, schaffen die Deutschen Fakten mit ihrer ganz privaten Energiewende. Die ZDF-”Länderspiegel” -Reportage “Sonne, Wind und Biogas – Wie die Deutschen die Energiewende anpacken” am Samstag, 24. Juli 2010, 17.20 Uhr, berichtet über Initiativen von Aachen bis Görlitz, von Flensburg bis Garmisch. Wissenschaftler sprechen von einer “Volksbewegung Energie”. Allen Projekten ist gemeinsam: Die Bürger wollen umweltfreundliche Energiequellen nutzen und selbst über ihre Vorhaben entscheiden. Und: Die neue Energie muss sich rechnen – über kurz oder lang.

Die “Länderspiegel”-Reporter Isabelle Tümena, Martin Cordes, Jo Schück und Cornelia Donath haben die neuen Energie-Macher in ganz Deutschland besucht. Im hessischen Burgjoß besuchen sie eine Gemeinde, die sich ganz in Eigenregie ein Fernwärmenetz mit einem gemeinsamen Holzhackschnitzelwerk baut. Der Frisör im Ort hatte die Idee und konnte seine Mitbürger von den Vorteilen überzeugen.

Auf Pellworm stellt sich eine ganze Nordseeinsel den neuen Energiezeiten – inklusive Urlaubern, die ganz entspannt das Öko-Ferienziel genießen. Das “Länderspiegel”-Team trifft Bürger, die sich ihren eigenen Windpark gekauft haben oder in Großstädten zusammen mit anderen an ihrem energiesparenden Traum vom Wohnen bauen.

In Brandenburg begegnen die Reporter einem Unternehmer, der neue Arbeitsplätze geschaffen hat, indem er erneuerbares Energieholz anbaut und verarbeitet. In Bayern erleben sie ein ganzes Dorf im Solarboom. Neben Solarverein und Mini-Wasserkraftwerk steht dort auch ein privates “Solarkraftwerk”: ein Haus mit riesigen Solarkollektoren, das sich mit der Sonne mitdreht.

Foto (c) Gerd Kebschull

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Politik will Atomprofite

Dienstag, den 20. Juli 2010

Als wäre die Diskussion um verlängerte AKW-Laufzeiten längst zu Ende geführt, kreisen die politischen Geier schon jetzt wild um ihren Teil der möglichen Zusatzprofite. Ob per Brennelementesteuer, Laufzeit-Auktion oder irgendeiner anders gearteten Regelung – Fakt ist: Man will Geld sehen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat nun Forderungen erhoben, die der Atomindustrie einen gewaltigen Schrecken durch die Glieder fahren lassen dürften.

Brüderle fordert die Hälfte der Zusatzgewinne

Bernd BoscoloIm Falle einer politischen Einigung auf verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke, wolle man mindestens die Hälfte der zusätzlichen Profite von staatlicher Seite abschöpfen, wird Brüderle im Handelsblatt zitiert. Wie man das rechtlich handhabe, sei nachrangig, werde aber derzeit sorgfältig geprüft. Wir haben im Stromblog bereits zu den möglichen Modellen Brennelementesteuer und Atom-Auktion berichtet, Rainer Brüderle spricht darüber hinaus von Stiftungen oder Fonds, über die eine Abschöpfung der AKW-Zusatzgewinne geregelt werden könne. Mit den Einnahmen wolle man den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen sowie in Energieforschung und verbesserte Speichertechnologien investieren. Aber auch die Verbraucher sollen laut Wirtschaftsminister Brüderle vom Atomgeld profitieren: “Die Entlastung der Stromkunden ist ein wichtiger Aspekt.” So gut sich das auf den ersten Blick liest – zum einen glaubt schon lange niemand mehr an die Mär vom billigen Atomstrom und zum anderen werden die eingestrichenen AKW-Profite wohl in erster Linie dazu dienen, den maroden Staatshaushalt zu sanieren. An die Zukunft wird später gedacht.

Traurig ist, aus welcher Perspektive die Diskussion um etwaige Laufzeitverlängerungen derzeit geführt wird. Im Brechtschen Sinne: “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.” Und wenn die Zukunft der Atomkraft nur noch im Wirtschafts- und Finanzministerium statt im Umweltressort ausgehandelt wird, dann weiß man, dass der Kern der Sache verloren gegangen ist.

Foto © Pixelio, Bernd Boscolo

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3,6 Milliarden US-Dollar für Gas-Projekt

Montag, den 19. Juli 2010

RWE Dea steht vor großen Investitionen. 3,6 Milliarden US-Dollar werden in die Hand genommen, um mit einem Gas-Projekt Geld zu verdienen.

RWE Dea investiert 3,6 Milliarden US-Dollar in Gas-Projekt in Ägypten

  • Vertrag zu Feldesentwicklungsprojekt West Nile Delta unterzeichnet
  • Größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens

RWE Dea wird 3,6 Milliarden US-Dollar in die Feldesentwicklung der Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water investieren – die größte Einzelinvestition des Upstream-Unternehmens bisher. Gemeinsam mit dem äygptischen Ölminister Sameh Fahmy, der ägyptischen Staatsgesellschaft EGPC und dem Betriebsführer BP unterzeichnete RWE Dea in Kairo die entsprechenden Verträge, die zuvor vom Kabinett und dem ägyptischen Parlament genehmigt worden waren.

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Mit Reserven von mehr als 50 Mrd. Kubikmetern Erdgas (RWE Dea-Anteil) zählen die Felder der Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water zu den größten im Portfolio von RWE Dea. RWE Dea wird als Partner mit eigenem Know-how und Experten das Projekt aktiv unterstützen.

Gasfund in North Idgu

Gasfund in North Idgu

Die Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water liegen im offshore-Bereich des West Nile Delta rund 40 Kilometer vor der ägyptischen Küste. North Alexandria schließt das Raven-Erdgasfeld mit ein, das sich bis in die Konzession West Mediterranean Deep Water ausdehnt und im Hochtemperatur- und Hochdruckbereich liegt. Die Feldesentwicklung erfordert daher hohe Investitionen und den Einsatz neuester Technologien unter Berücksichtigung höchster Sicherheits- und Umweltstandards.

RWE Dea bzw. ihre Vorgängerorganisation ist bereits seit 1974 im Upstream-Bereich in Ägypten engagiert und produziert als Betriebsführer seit fast drei Jahrzehnten Öl im Golf von Suez. Derzeit hält RWE Dea in Ägypten 13 onshore und offshore Konzessionen mit einer anteiligen Gesamtfläche von über 13.300 Quadratkilometern.

Foto © Pixelio | Cisco Ripac| (c) RWE

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Atom-Auktion

Freitag, den 16. Juli 2010

Demnächst bei ebay: AKW Brunsbüttel und Pannenmeiler Krümmel überbieten sich für ein Jahrzehnt zusätzliche Laufzeit um die Wette. 3, 2, 1, meins – und der Staat kassiert ein paar Milliarden. So oder so ähnlich stellen sich das jedenfalls Teile der Bundesregierung vor. Deren neuester Geistesblitz im Streit um den Atomausstieg lautet nämlich, ein bestimmtes Kontingent an verlängerten Laufzeiten unter den AKW-Betreibern zu versteigern.

AKW-Laufzeiten unter dem Hammer

Thorben Wengert“Das ist ein interessanter Vorschlag, der eine ernsthafte Prüfung verdient”, meint Bundesumweltminister Norbert Röttgen zur vor wenigen Tagen aufgekommenen Idee einer Atom-Auktion. Und viele seiner Kollegen aus CDU und FDP schließen sich an. Kein Wunder: Immerhin würden dem gebeutelten Staatshaushalt im Falle einer Versteigerung von verlängerten AKW-Laufzeiten nach ersten Schätzungen Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe winken – solche Summen holt man sich hierzulande ansonsten nur bei Arbeitslosen und Studenten. Ergo hat die Auktionsidee keinerlei energiepolitischen Hintergrund, sie basiert auf rein finanziellem Kalkül. Gut möglich, dass die Kraftwerksbetreiber da sogar mitspielen würden – immerhin winken auch ihnen im Szenario verlängerter Laufzeiten Fantastilliardengewinne. Umweltverbände und Oppositionspolitiker schlagen natürlich längst Alarm. Die Idee sei unanständig, gehe zu Lasten der Sicherheit und werde darüber hinaus zu Kungeleien im Oligopol der vier großen Energiekonzerne führen. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nennt die Versteigerung von AKW-Laufzeiten “russisches Roulette” und attestiert der Regierung in dieser Sache gleich noch einen “Sonnenstich”. Atomkraft sei “keine Ware, die man auf dem Basar verhökert”, kommentiert Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin den Vorschlag.

Man könnte jetzt eine lange Liste von Gründen abarbeiten, warum die Atom-Auktion eine Schnapsidee von lange nicht mehr dagewesener Qualität ist. Man könnte kritisieren, dass eine Versteigerung keinen Unterschied zwischen maroden Pannenmeilern und weitestgehend störungsfreien Reaktoren machen würde. Man könnte befürchten, dass die Idee nicht zu soviel Atomkraft wie nötig, sondern zu soviel Atomkraft wie möglich führen würde. Und man könnte sagen, dass Deutschland nach dem bisher gesetzten Abschaltdatum 2021 sowieso keine Atomkraft mehr braucht. Aber das sind alles keine Argumente, denn in dieser Diskussion zählt nur Geld.

Foto © Pixelio, Thorben Wengert

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R8 e-tron gewinnt E-Auto Rallye

Dienstag, den 13. Juli 2010

Ich bin nach wie vor skeptisch, ob sich das E-Auto durchsetzen wird. Aber RWE ist eine Kooperation mit dem ADAC eingegangen, Audi punktet bei einer E-Auto Rallye. Die Industrie macht Ernst und setzt alles daran, dass diese Entwicklung ein Erfolg wird.

Audi ur-quattro und R8 e-tron gewinnen Silvretta Classic und E-Auto Rallye

  • Audi R8 e-tron Sieger der ersten „Silvretta E-Auto Rallye Montafon“
  • 0,5 Sekunden Vorsprung für e-tron Technikträger nach drei Etappen

Mit dem Audi e-tron Technikträger auf Basis des R8 und dem Audi ur-quattro von 1988 hat das Team Audi bei der ersten „Silvretta E-Auto Rallye Montafon 2010“ und der 13. „Silvretta Classic Montafon“ einen Doppelsieg für die Vier Ringe eingefahren. Der dreimalige Mille Miglia-Gewinner Luciano Viaro sicherte sich den ersten Platz der Oldtimerrallye.

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Entwicklungsvorstand Michael Dick und Werksfahrer Lucas Luhr steuerten den Audi e-tron Elektrosportwagen nach 167,5 Kilometern mit dem besten Ergebnis über die Ziellinie.

„Wir freuen uns über den Sieg des Audi e-tron bei der ersten E-Auto Rallye“, sagt Michael Dick, Mitglied des Vorstands der AUDI AG, Geschäftsbereich Technische Entwicklung. „Auf dem anspruchsvollen Streckenprofil der Silvretta E-Auto Rallye haben wir mit dem e-tron Technikträger auf Basis des R8 unter Beweis gestellt, dass wir mit dem Elektroantrieb auf dem Weg zur Serienreife gut unterwegs sind.“

Linktipps:

Foto © Gerd Kebschull

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DESERTEC vor Startschuss

Dienstag, den 13. Juli 2010

Alle paar Monate trudelt mal die eine oder andere Neuigkeit zur Wüstenstrom-Initiative DESERTEC ein. Dass dies noch immer nur tröpfchenweise geschieht, ist bei einem derart ambitionierten Projekt schon verwunderlich. Wie bei so vielen wichtigen Entscheidungen in Wirtschaft und Politik fragt man sich: Was machen die da oben eigentlich die ganze Zeit? Nun ja, sie sichten Standorte.

Erster Kraftwerkpark in Marokko geplant

Marcus StarkZur Erinnerung: Projekt DESERTEC hat das ehrgeizige Ziel, durch die Errichtung von Energieerzeugungsanlagen in Nordafrika und dem Nahen Osten bis 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs aus der Wüste zu decken. Dafür arbeiten sie alle zusammen: Regierungen, Verbände, Unternehmen, Banken, Energiekonzerne und und und. Außer reden, planen und loben ist allerdings noch nicht viel passiert. Bis jetzt. Denn laut Handelsblatt bestätigt Paul van Son, seines Zeichens Chef der DESERTEC-Projektgesellschaft DII, dass der erste Kraftwerkpark in Marokko geplant sei und man sich derzeit nach geeigneten Standorten umsehe. Geplant ist laut van Son ein Mix verschiedener, regenerativer Technologien – von Photovoltaik über Windkraft bis zur Solarthermie. Dieser erste Park soll nach seiner Fertigstellung über eine Leistung zwischen 500 und 1.000 Megawatt verfügen und damit in etwa einem üblichen Kohlekraftwerk gleichkommen. Bis 2012 sollen die Grundlagen geschaffen sein, damit der Startschuss für DESERTEC fallen kann.

Der Standort Marokko ist insofern von Vorteil, als dass von dort bereits eine Leitung nach Spanien existiert. Man könnte also von Beginn an sowohl für den einheimischen Markt produzieren als auch direkt Strom nach Europa exportieren. Ebenfalls sind bekannte Problematiken des Projekts, wie etwa geographische Unwegsamkeiten, politisch instabile Verhältnisse oder auch direkte Terrorgefahr, in Marokko nicht zu erwarten. Mit diesen Hindernissen wird man sich aber an anderen Orten zu anderen Zeiten auseinandersetzen müssen.

Foto © Pixelio, Marcus Stark

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Solarförderung: Kürzung eingetütet

Montag, den 12. Juli 2010

Nach langem Hin und Her steht nun endgültig fest, wann und wie die seit Monaten diskutierte Kürzung der Solarstromförderung durchgesetzt wird. Nachdem sich Bund und Länder Anfang letzter Woche auf einen entsprechenden Kompromiss geeinigt hatten, wurde die Neuregelung am vergangenen Freitag verbindlich durch den Bundesrat verabschiedet.

Absenkung in zwei Schritten

Rainer SturmDer ursprüngliche Vorschlag der Regierung sah eine Kürzung der Einspeisevergütung zum 1. Juli um 16 Prozent vor. Der Bundesrat hatte dies jedoch Anfang Juni durch die Anrufung des Vermittlungsausschusses gestoppt und dafür plädiert, die Förderung lediglich um zehn Prozent zu senken. Die anschließend erzielte und mittlerweile verbindliche Einigung sieht nun vor, die staatlichen Fördermittel für Solaranlagen in zwei Schritten zu kappen. Rückwirkend zum 1. Juli sollen die Zuschüsse demnach um 13 Prozent sinken, im Oktober schließlich um weitere drei Prozent. Die Gesamthöhe der Förderkürzung in 2010 bleibt also wie anfänglich geplant, lediglich der konkrete Zeitpunkt wird gesplittet. Der stellvertretende thüringische Ministerpräsident Christoph Matschie nannte die Einigung sogleich einen “faulen Kompromiss”. Speziell die SPD-regierten Länder aber auch die Opposition im Bundestag zeigt sich vom Ergebnis der Verhandlungen enttäuscht. Schwarz-Gelb, so sagen sie, habe sich jedoch wenig kompromissbrereit gezeigt und überdies den politisch längeren Arm in dieser Sache. Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der ansonsten in Sachen Klima- und Energiepolitik gern mal aus der Parteilinie tanzt, verteidigt die Höhe der Förderkürzung. Dieser Schritt, so Röttgen, sei nötig, da die Marktpreise allein im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent gesunken seien. Die Branche selbst argumentiert dagegen weiterhin mit dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen und deutschem Technologievorsprung. Überleben wirds der Solarstrom – nur wie?

Foto © Pixelio, Rainer Sturm

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Enttäuschende Energiesparlampen

Freitag, den 9. Juli 2010

Der gesetzlich verordnete Leucht-Messias Energiesparlampe hat längst ernstzunehmende Konkurrenz bekommen. LED- und Halogenleuchten scheinen die klassische Sparlampe in Sachen Effizienz und Lichtvielfalt gar überholt zu haben. Grund genug für die Stiftung Warentest, dem Urvater moderner Leuchtmittel nochmals genauer auf den Zahn zu fühlen.

Stiftung Warentest bemängelt fehlenden Fortschritt

Viktor MildenbergerGetestet wurden 28 Energiesparlampen mit warmweißem Licht und verschiedenen Helligkeiten in Preisklassen zwischen 2 und 28 Euro. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur drei Modelle wurden für “gut” befunden, der überwiegende Teil erhielt die Endnoten “ausreichend” und “mangelhaft”. Und warum? Erstes Problem ist die immer noch zu kurze Lebensdauer. Fast jede zweite getestete Energiesparlampe lag nach weniger als 3.000 Stunden Leuchtbetrieb nur noch bei 80 Prozent der ursprünglichen Helligkeit. Der Stromverbrauch bleibt allerdings auch bei schwindender Leistung konstant – ein klares Effizienzproblem also. Zudem erloschen vielen Lampen schon weit vor der von Herstellern deklarierten 10.ooo-stündigen Lebensdauer komplett. Ein weiteres Problem ist die Schaltfestigkeit. Viele Leuchten überstanden im Test nur zwischen 5.000 und 10.000 An/Aus-Zyklen. In vielfrequentierten Miets-Treppenhäusern reicht sowas gerade mal für ein paar Monate. Darüber hinaus brauchen viele Energiesparlampen noch immer schleppend lange, bis sie ihre volle Leuchtkraft entfalten und sind nicht für den Außeneinsatz geeignet, weil sie bei Minusgraden schlapp machen. Auch in Sachen Ästhetik und Wohnlichkeit noch kein Silberstreif am Horizont. Vor allem die warmweißen Lampen wirken speziell bei Rottönen farbverfälschend. Wer Teppich oder Wand dennoch in Originalfarbe sehen möchte, muss auf neutral- oder tageslichtweiße Energiesparlampen ausweichen – und hat hier wiederum die vielkritisierte Kälte im Licht. Letztes Problem: der Quecksilbergehalt. Eher ein Umwelt- denn Gesundheitsaspekt, denn viele Energiesparlampen landen trotz Recycling-Muss nach ihrem Ableben schlicht im Hausmüll. Das in den meisten Leuchten unnötigerweise zuviel vorhandene Quecksilber gelangt spätestens auf der Deponie in die Umwelt.

Foto © Pixelio, Viktor Mildenberger

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