Teurer, deutscher Strom
Montag, den 31. Mai 2010Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat vor wenigen Tagen in Luxemburg einen EU-internen Vergleich von Energiepreisen veröffentlicht. Demnach zahlen die Deutschen europaweit die zweithöchsten Strompreise. Auch vom allgemeinen Trend sinkender Tarifkosten profitieren die Bundesbürger derzeit nicht.
Deutsche zahlen europaweit die zweithöchsten Strompreise
Laut Eurostat liegt der durchschnittliche Strompreis pro Kilowattstunde für private Haushalte in der EU bei 16,5 Cent. Deutsche Stromkunden zahlen dagegen mit 22,9 Cent pro Kilowattstunde deutlich mehr – genauer gesagt: am zweitmeisten. Teurer ist der Strom mit durchschnittlich 25,5 Cent lediglich in Dänemark. Am anderen Ende der Fahnenstange liegen übrigens die Bulgaren, die im Schnitt gerade mal 8 Cent zahlen. Eurostat teilte außerdem mit, dass die Strompreise seit 2008 europaweit um rund 1,5 Prozent gefallen seien. Anders der Trend in Deutschland: Hier haben sich die Tarife zwischen 2008 und 2009 um ganze 4,5 Prozent verteuert. Und auch Vater Staat langt den Bundesbürgern beim Stromkauf kräftig in die Tasche. Denn mit 41 Prozent ist der Anteil der Steuern am Strompreis in Deutschland ebenfalls der EU-weit zweithöchste. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Strom-Steuersatz liegt in Europa bei 26 Prozent.
Ein gänzlich anderes Bild ergibt sich hierzulande in Sachen Gas. Hier sind laut Eurostat die europäischen Preise im gemessenen Zeitraum um 16 Prozent gefallen. In Deutschland profitieren die Gaskunden hingegen von einem Preisrückgang um 22,8 Prozent und liegen damit weit günstiger als der Schnitt.
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Foto © Pixelio, Rainer Sturm




Um der misslichen Lage Herr zu werden, hat die Bundesregierung bereits Mitte 2009 die Erweiterung der deutschen Stromnetze per Gesetz beschlossen. Die Notwendigkeit sah und sieht man vor allem in der stetigen und unbedingt gewollten Zunahme erneuerbarer Energien begründet. Gerade die Windkraft im Norden der Republik stellt einen immer wichtiger werdenden Faktor bei der Stromerzeugung dar. Aber ist ein Ausbau der Netze wirklich nötig? Immerhin werden Deutschlands Haushalte doch bereits ausreichend mit Energie versorgt. Die Logik lautet: Mehr Strom, mehr Leitungen. Und genau da liegt der Denkfehler.

Bei einem landesweiten Preisvergleich während der vergangenen Monate hatten die Kartellhüter bei den betreffenden Unternehmen in der Relation auffällig hohe Preise festgestellt. Das Kartellamt verglich in den Monaten Februar bis April 2010 die Preise von 144 Gasversorgern in NRW. Dabei waren 19 Unternehmen mit zum Teil besonders hohen Preisen aufgefallen. Preisauffällig ist ein Gasversorger nach Auffassung der Kartellbehörde dann, wenn die eingeforderten Entgelte um mehr als zehn Prozent über den jeweiligen Durchschnittspreisen liegen. Die betreffenden Anbieter – darunter Unternehmen aus Bocholt, Herne, Dülmen und Monheim – sind jetzt aufgefordert, ihre Preise gegenüber den Behörden sorgfältig zu rechtfertigen. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach oder sind ihre Erläuterungen nicht nachvollziehbar, werden Preissenkungen durch das Landeskartellamt festgelegt. Ein anschließendes Verfahren wegen Preismissbrauchs steht ebenfalls im Raum.
Kanzleramtsminister Ronald Pofalla kündigte am vergangenen Samstag gegenüber Medienvertretern an: “Bei der Verlängerung der Laufzeiten werden wir ein verfassungskonformes, zustimmungsfreies Gesetz haben.” Will heißen: Da Union und FDP die nötige Mehrheit im Bundesrat fehlt, will man selbigen juristisch umschiffen. Das scheint rein verfassungsmäßig möglich, wenn auch unüblich. Immerhin ging selbst Bundesumweltminister Norbert Röttgen bislang davon aus, dass die Verlängerung der Reaktor-Laufzeiten nur über die Zustimmung des Bundesrates erzielt werden könne. Allerdings: Auch Gerhard Schröder setzte anno dazumal den von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg ohne den Bundesrat durch. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz. Oder: Wie du mir, so ich dir.
Auch wenn New York als die wahrscheinlich europäischste Stadt der Staaten gilt, ist der dortige Zeitgeist immer auch Sinnbild für das übrige Land. Und Überraschung – die Amerikaner sind weit entfernt vom energiefressenden Klimakiller-Image, das ihnen hierzulande oftmals zugeschoben wird. Im Gegenteil: New York hat den grünen Lifestyle für sich entdeckt. Und das heißt nicht nur Sojasprossen statt Burger, sondern zielt auf umfassend nachhaltige Trends ab. Hybrid- und Elektrobusse tuckern durch Manhattan, über die Brooklyn-Bridge, durch den Central Park und sogar um den Times Square schlängeln sich mittlerweile Radwege und zahlreiche Müllbehälter für Plastik und Papier schieben zarte Recycling-Versuche an. Und auch wenn die Werbeaufschrift eines Herstellers von Mineralwasserflaschen, durch kleinere Plastikdeckel die Umwelt zu schonen, etwas bizarr wirken mag – New York hat Müll und CO2 den Kampf angesagt.