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Monatsarchiv für Februar 2010

Forschungsgelder für Klima und Energie

Sonntag, den 28. Februar 2010

Ein wichtiges und richtiges Signal: Forschungsgelder fließen weiter, auch für den Bereich Klima (s.a. Klimaschützer) und Energie. Auch die Unternehmen müssen ihre Forschungsgelder erhöhen. Nur so kann Deutschland seinen Technologievorsprung verteidigen, der in einigen Bereichen noch vorhanden ist.

Schavan: “Gutes Zeugnis für unseren Wachstumskurs”

  • Expertenkommission Forschung und Innovation legt ihre dritte Studie vor
Afrika von oben

Afrika von oben

Die von der Bundesregierung eingerichtete Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat am Mittwoch in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesforschungsministerin Annette Schavan ihr drittes Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit überreicht. “Die Experten bestätigen uns in unserem Innovations- und Wachstumskurs nachdrücklich”, sagte Ministerin Schavan. “Sie unterstreichen die hohe Bedeutung von Bildung und Forschung in den Plänen der Bundesregierung.”

Die Innovationsforscher loben die Bundesregierung für den Ausbau ihrer  Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE). Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren damit von den USA sowie bedeutenden EU-Ländern positiv abgesetzt. Mit der Hightech-Strategie sei die Forschungs- und Innovationspolitik effektiver geworden. Ministerin Schavan verwies darauf, dass gleichzeitig die Entwicklung von FuE in der Wirtschaft bis weit in die Wirtschafts- und Finanzkrise hinein durch eine hohe Dynamik geprägt war: Die Unternehmen steigerten ihre jährlichen Investitionen in FuE von 2005 bis 2008 um jährlich 7,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 19 Prozent.

Ministerin Schavan begrüßte die Forderung der Kommission nach stärkerer Fokussierung der Hightech-Strategie auf die zukunftsträchtigen Felder Klima/Energie, Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit. Genau dies hat die Bundesregierung mit der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie vor: “Wir konzentrieren uns auf Themen, zu denen Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland wichtige Beiträge leisten können”, sagte sie. “Damit steigern wir auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.”

Linktipps:

  • Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI)
  • Kernfusionsreaktor ITER
  • Studie Strom selbst erzeugen auf Stromauskunft.de

Foto © Pixelio | dido-ob

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Elektroautos im Visier

Sonntag, den 28. Februar 2010

Das Thema e-Auto haben wir in den letzten Monaten immer mal wieder behandelt und es wird uns auch weiterhin beschäftigen. Machen e-Autos eigentlich Sinn – und wie ist schlussendlich die Öko-Bilanz (s.a. Ökostrom)?

Lohnen sich die Stromer im Straßenverkehr?

Opel und die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) haben eine strategisch Allianz geschlossen. Denn ohne ein funktionieren Stromversorgung nützen alle elektrisch betriebenen Autos nichts.

smart auf der IAA 2009 in Frankfurt

smart auf der IAA 2009 in Frankfurt

Schwierig ist es, die echte Energiebilanz zu berechnen. Schließlich wird häufig erst durch Kohlekraftwerke Strom erzeugt, der mit hohen Verlusten ins Netz eingespeist wird. Dann wird die Energie mit Verlusten zum Verbraucher transportiert, der damit die Batterien speist. Am Ende der Energiekette fahren Autos mit schweren Batterien durch die Gegend und haben damit zusätzlich einen schlechten Wirkungsgrad.

Die Aussage, dass Elektroautos kein Kohlendioxid produzieren, ist daher Unsinn. Richtig ist, sie emittieren nicht vor Ort, sondern nur an einer anderen Stelle. Die Fachzeitung Auto Motor Sport (Ausgabe 6/2010) hat ermittelt, dass ein kleiner smart auf Grund des Energiemixes in Deutschland etwa 125 bis 128 Gramm CO2 pro Kilometer erzeugt. Also weit mehr als ein moderner Benzin- oder Diesel-Kleinwagen. Die CO2-Bilanz fällt nur dann positiv aus, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde.

Linktipps:

Foto smart auf der IAA 2009, © Gerd Kebschull

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Goodbye Glühbirne

Donnerstag, den 25. Februar 2010

Thomas Alva Edisons Erbe neigt sich seit September letzten Jahres seinem schrittweisen Ende zu. Per mehrstufigem Verkaufsverbot soll die alteingesessene Glühlampe binnen der nächsten Jahre endgültig aus Deutschland und der EU verbannt werden. Eine leuchtende Zukunft sehen viele Branchenexperten allerdings nicht allein für die Energiesparlampe, sondern vor allem auf Seiten der LED-Technik.

Die Zukunft des Lichts

Tobias Bräuning130 Jahre nach ihrer Erfindung rückt die Glühbirne immer näher ans Abstellgleis. Grund: Nur zehn Prozent der eingesetzten Energie wandeln herkömmliche Glühlampen in Licht um – der Rest verpufft als Abwärme. Und weil das schlecht für Klima und Geldbeutel ist, verbannt die EU sie nach und nach vom Markt. Neben den in der öffentlichen Diskussion vielfach verteufelten Energiesparlampen soll gerade die flächendeckende Einführung der LED-Technik ein neues Licht-Zeitalter einläuten. LED-Leuchten sparen im Vergleich zur Glühlampe bis zu 90 Prozent Energie, produzieren kaum Abwärme und senken damit signifikant CO2-Werte und Stromkosten. In der Anschaffung sind LEDs momentan zwar noch teurer als herkömmliche Leuchtmittel, verfügen dafür aber über eine extrem hohe Lebensdauer. Hinzu kommt, dass die LED-Technik gegenüber Energiesparlampen in Sachen Sparpotenzial und Umweltverträglichkeit (Stichwort: Entsorgung) klar im Vorteil ist.

Auf der “Light + Building” in Frankfurt, der weltgrößten Messe für Architektur und Technik, werden vom 11. bis zum 16. April Branchengrößen wie Nimbus, Osram, Philips und Zumtobel Neuheiten aus dem Beleuchtungssektor vorstellen – mit besonderem Fokus auf die LED-Technik.

Foto © Pixelio, Tobias Bräuning

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Hat Wasserstoff wieder Zukunft?

Dienstag, den 23. Februar 2010

Schon vor Jahrzehnten galt Wasserstoff als der mögliche Heilsbringer in Sachen schadstoffarmer Antriebsenergie, verschwand mit der Zeit aber völlig in der Versenkung. Nun, im Zuge der vieldiskutierten Elektromobilität, taucht das Thema Wasserstoff plötzlich wieder auf und bietet zudem Lösungsansätze für die Energiewirtschaft der Zukunft.

Kraftstoff und Energiespeicher

ChrionnyZum Verständnis: Wasserstoff fungiert nicht als Energie selbst, er dient in diesem Zusammenhang als Energiespeicher. Aus regenerativen Quellen gewonnene Energie wird also also in Form von Wasserstoff gespeichert und für den letztlichen Verbrauch bereit gestellt. Somit könnte diese Technologie das Problem der schwankenden Erträge aus Sonne, Wind und Wasser kompensieren. Die erste wirtschaftlich wichtige Anwendung des Wasserstoffs soll die als Kraftstoff für Straßenfahrzeuge sein. Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben und alle großen Autohersteller arbeiten an entsprechenden Fahrzeugen. Die krisenhaften Erscheinungen in der Branche sind laut dem Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband dabei kein Hindernis – im Gegenteil: Der Elektroantrieb mit Brennstoffzelle sei Teil der Überlebensstrategie der Automobilhersteller für die nächsten 20 Jahre. Der Verband ist sich zudem sicher, dass der Faktor Wasserstoff in einem Energienetz, das sich auf erneuerbare Quellen stützt, mittelfristig eine wichtige Rolle spielen wird. Die Entstehung großer Offshore-Windparks werde beispielsweise das Problem der Schwankungen von Angebot und Nachfrage verschärfen. Hier könne die Bedeutung von Wasserstoff als Speicherelement entscheidend werden.

Allerdings: Die Wasserstofftechnologie ist in ihrem Wirkungsgrad äußerst umstritten. Wasserstoff kann zwar durch den Einsatz erneuerbarer Energien klimaneutral gewonnen werden, Herstellung, Lagerung und Transport sind allerdings  in höchstem Maße aufwendig. Da das Thema Energiekosten eine ausschlaggebende Rolle spielt, wird vielfach argumentiert, dass ein direkter Einsatz von Strom, ohne den Umweg Wasserstoff, in den meisten Fällen wirtschaftlicher sei.

Foto © Pixelio, Chrionny

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Neue Gasturbinentechnologie

Montag, den 22. Februar 2010

Deutsche Firmen profitieren vom Boom in Sachen Stromerzeugung. Neue Projekte bedienen den steigenden Energiebedarf im Nordirak, um Stromengpässe in der Region zu vermeiden.

1.750 Megawatt zur Deckung des Strombedarfs in der Region Kurdistan

GE gab die Unterzeichnung von Verträgen über die Lieferung von Ausrüstung und Dienstleistungen zur Stromerzeugung für zwei Kraftwerksprojekte in der Region Kurdistan im Nordirak bekannt. Die beiden Projekte werden den momentanen und zukünftigen Strombedarf der Region tragen und unterstützen so dem Aufbau einer neuen Energieinfrastruktur.

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Die beiden Kraftwerke sind in den kurdischen Provinzen Dohuk und Sulaimaniyah angesiedelt und werden von der ‚Mass Global Investment Company’ vorangetrieben, einem führenden Entwicklungsunternehmen für unabhängige Kraftwerke. Nach ihrer Fertigstellung sollen die von Mass Global entwickelten Kraftwerke mit 1.750 Megawatt zur Deckung des Strombedarfs der Region Kurdistan beitragen.

Es werden vier Gasturbinen-Generatoreinheiten vom Typ Frame 9E für das 500-Megawatt-Kraftwerk mit einfachem Zyklus in Dohuk geliefert, sowie zwei Gasturbinen-Generatoreinheiten vom Typ Frame 9E, die die Anlage in Sulaimaniyah um 250 Megawatt erweitern. Insgesamt wird eine Stromerzeugungskapazität von 750 Megawatt entstehen.

Als weltweit führender Anbieter von Gasturbinen ist die Firma GE gut positioniert, um den Irak dabei zu unterstützen, seinen zukünftigen Bedarf an verlässlicher und stabiler Stromerzeugung zu decken.

Linktipps:

Foto © GE

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Dilemma Stromerzeugung

Freitag, den 19. Februar 2010

Alle Menschen wollen sauberen Strom. Also weg mit Atomenergie und den Dreckschleudern, auch Kohlekraftwerke genannt. Soll aber ein Windpark eingerichtet werden, laufen die Anwohner Sturm. Windpark ja, aber nicht in unserer Nähe.

Ausstieg vom Ausstieg?

Der Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen hat sich da ja schon kräftig (und mutig) aus dem Fenster gelehnt: Wenn die Erneuerbaren Energien (EN) es schaffen, mindestens 40 Prozent des Strombedarfes zu produzieren, wäre die Atomenergie nicht mehr notwendig. Ein Schock für die Stromanbieter, die sich gerade bequem zurück lehnen, da ja Schwarz/Gelb den Ausstieg aus dem Ausstieg plant.

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Wütend macht mich nur, dass immer wir die Zeche zahlen müssen. Die Stromkonzerne verdienen Milliarden, für die Entsorgung des Abfalls kommt größtenteils der Steuerzahler auf (s.a. Asse). Erneuerbare Energien rechnen sich doch auch nur, weil die Erzeugung der Energie durch Finanzspritzen vom Staat konkurrenzfähig ist. Wer zahlt? Blöde Frage: Wir!

Aber zurzeit gibt es wohl keinen Weg aus diesem Dilemma. Fusionsenergie steckt noch in den Kinderschuhe, wird vermutlich auch sehr teuer und benötigt noch Jahrzehnte. Andere Projekte, wie Strom aus Afrika, sind so gigantisch, dass es einem bei den Zahlen schwindelig wird. Erfahrungsgemäß werden die Zahlen meist auch “schön gerechnet” und am Ende müssen noch ein paar Milliarden draufgelegt werden.

Es bleibt spannend, denn ohne Strom geht gar nichts und selbst die Grünen haben begriffen, wenn ich meinen Elektrorasierer einmotte, rette ich die Welt nicht.

Linktipps:

Foto Solaranlagen mit Strommasten © Pixelio | Rainer Sturm

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Grünes Siemens?

Donnerstag, den 18. Februar 2010

Von der Telegraphen-Bauanstalt zum Hausgeräte-Hersteller zum grünen Riesen – so in etwa könnte man die unternehmerische Entwicklung der heutigen Siemens AG mit wenigen Worten zusammenfassen. Denn der mittlerweile mehr als 160 Lenze zählende Konzern will in naher Zukunft milliardenschwere Projekte in Sachen Öko-Energie auf den Weg bringen. Völlig grün ist die Zukunft bei Siemens aber dennoch nicht.

Traditionsunternehmen investiert in erneuerbare Energien

Peter KirchhoffBereits heute zeigt sich die Siemens AG als emsiges Zugpferd in den Bereichen Windenergie, Solarkraft und Biomasse. Man ist Weltmarktführer bei Offshore-Windparks sowie im Geschäft mit Dampfturbinen für solarthermische Kraftwerke und hat unter anderem die größte Photovoltaikanlage Italiens in Betrieb genommen. Aber auch die Herausforderungen der nahen Zukunft sollen für Siemens grün schillern. Neben der vieldiskutierten Elektromobilität will der Konzern vor allem in die Smart-Grid-Technologie, also den Aufbau intelligenter Stromnetze, investieren. Man wolle in diesem Bereich bereits 2010 Umsätze von einer Milliarde Euro erzielen und auf lange Sicht einen Marktanteil von 20 Prozent oder mehr gewinnen, so Wolfgang Dehen, CEO der Energiesparte bei Siemens. Insgesamt soll das grüne Portfolio des Konzerns in diesem Jahr auf 25 Milliarden Euro anwachsen.

Natürlich kommt irgendwann, wenn es um weltwirtschaftliche Dimensionen geht, auch immer das große Aber – schließlich ist man kein Wohlfahrtsverband, sondern Global Player. Nach wie vor bildet die Atomenergie einen zentralen Stützpfeiler der Energiesparte von Siemens. In der Vergangenheit rief man mit dem französischen Partner Areva zahlreiche Kraftwerksprojekte ins Leben und will dies in Zukunft mit dem russischen Konzern Rosatom im großen Stile fortführen. Siemens-Chef Peter Löscher schüttelt deshalb bereits kräftig die Hände von Wladimir Putin. Wohin der Weg für globale Großkonzerne wie Siemens geht, entscheidet letztenendes immer noch das Geld.

Foto © Pixelio, Peter Kirchhoff

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E-World auch 2010 wieder in Essen

Donnerstag, den 18. Februar 2010

Die E-World energy & water ist Europas Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft und fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal in Essen statt.

Ein Thema: Das Projekt DesertTEC

Natürlich nutzen die großen Stromanbieter dieses Forum, um sich zu präsentieren. Es ist aber auch eine gute Möglichkeit für die Besucher, sich über Zukunftsperspektiven zu informieren. Ein Thema war beispielsweise das Projekt DesertTEC, auf das wir bereits einmal aufmerksam gemacht haben.

E-world energy & water 2009

Bereits in der Überschrift zum Thema “Wann wird die Vision zur Realität?” wird klar, dass diese Option verlockend ist: Immerhin könnte diese Energieoption etwa 15 Prozent des Energiebedarfs Europas, Nordafrika und des Nahen Ostens mit Ökostrom abdecken. Aber das Projekt kostet jedoch Unsummen und birgt weiterhin technische Probleme in sich. Ob wir damit dann “Billigstrom” erhalten,  ist weiterhin unsicher.

Ein weiteres Thema, war wieder einmal der intelligente Stromzähler. Seit Januar 2010 schreibt das Energiewirtschaftsgesetz den Einbau intelligenter Zähler in Neubauten und grundsanierten Gebäuden vor. In Zusammenwirken mit einer Kommunikationseinheit „MUC“ (Multi Utility Controller) wird der intelligente Zähler zum „Smart Meter“. Ein Feldversuch, mit etwa 13.000 Haushalten in Mülheim an der Ruhr, wird durch die RWE Rheinland Westfalen Netz AG betreut und läuft bereits.

Fazit: Messen sind ein interessantes “Medium”, um einen Überblick über die Neuigkeiten zu bekommen. Leider habe ich es mal wieder nicht geschafft “live” vor Ort zu sein. Termin vormerken: Die nächste Messe findet vom 8. bis 10. Februar 2011 statt.

Linktipps:

Pressefoto © E-world energy & water 2010 | Rainer Schimm / ©MESSE ESSEN GmbH

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Schwere Zeiten für erneuerbare Energien

Montag, den 15. Februar 2010

Noch bis vor nicht allzu langer Zeit galten Wind, Wasser, Sonne und Co. als die unantastbaren Heilsbringer einer zukunftsfähigen Energieversorgung. Egal, welches Parteiprogramm man aufschlug – irgendwie grün waren sie alle. Und doch stehen wir heute an einem Punkt, da die erneuerbaren Energien gerade seitens der Politik aufs Schärfste torpediert werden.

Atomkraft statt Solarstrom?

AngelaLVor gut einer Woche konnte man die bizarre Situation beobachten, dass Beschäftigte einer eigentlich boomenden Branche aus Angst vor Arbeitsplatzverlusten auf die Straßen zogen. Die Solarwirtschaft bangt um ihre Zukunft. Grund: Bundesumweltminister Norbert Röttgen plant eine radikale Kürzung der Solarstromförderung um bis zu 44 Prozent noch in diesem Jahr. Eine stetige Absenkung staatlicher Hilfen wurde seitens der Branche eingeplant, ja, sogar befürwortet – schließlich will man mittelfristig einen unabhängigen Markt entwickeln. Aber angesichts einer derart drastischen Kürzung, die die Solarwirtschaft zudem völlig unvermittelt trifft, spüren zahlreiche, eigentlich florierende Unternehmen nun pure Existenzangst. Auf der anderen Seite ging unlängst ein Aufschrei durch die Reihen der regierenden Koalition, als bereits erwähnter Norbert Röttgen zaghaft über ein mögliches Ende der Ära Atomkraft spekulierte. Als hätte es in diesem Land nie eine verbindliche Atomausstiegsvereinbarung gegeben, krähen die lautesten Hähne plötzlich über weitere Reaktorlaufzeiten von 40 oder gar 60 Jahren. Dabei dürfte allen Beteiligten klar sein: Ein Mehr an konventionellen Energieträgern, etwa an Kernkraft, bedeutet ein automatisches Weniger an erneuerbaren Energien. Denn bereits jetzt verpufft ein nicht unwesentlicher Teil ökologisch erzeugter Energie wirkungslos, weil es zu Spitzenzeiten ein Strom-Überangebot in den Netzen gibt. Der dauerhafte Ausstieg aus dem Atomausstieg ist insofern nicht nur unnötig, er konterkariert auch einen zukunftsweisenden Markt.

Allerdings: Die Basis der Energieversorgung in Gestalt der Stromanbieter schägt in Sachen erneuerbare Energien ganz andere Wege ein. Mit immer attraktiveren Ökostromtarifen bedient man das Umweltbewusstsein der Verbraucher und trotz allgemeiner Preissteigerungen werden viele klimaneutrale Energieprodukte günstiger angeboten als die herkömmliche Grundversorgung. Diese Entwicklung sollte der Politik eigentlich Orientierungshilfe genug sein.

Foto © Pixelio, AngelaL

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Intelligente Stromnetze

Freitag, den 12. Februar 2010

Die Europäische Kommision geht davon aus, dass bis 2030 Investitionen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro für neue, intelligente Stromnetze gestemmt werden müssen. Doch gerade das finanzielle Zugpferd Deutschland lahmt bei dieser Entwicklung bislang.

Deutschland hinkt Europa hinterher

Ralph KarowMit Hilfe intelligenter Stromnetze lassen sich künftig erneuerbare Energien klug in die Gesamtversorgung einspeisen und Strom dann abrufen, wenn er am günstigsten ist. Die deutschen Energieversorger laufen jedoch derzeit Gefahr, die Chancen des lukrativen Smart-Grid-Marktes zu verpassen. Denn während beispielsweise Wettbewerber in Italien oder Frankreich die neue Technik mit dem landesweiten Einsatz elektronischer Zähler vorantreiben, sucht man vergleichbare Ansätze für ein zukunftsweisendes Stromnetz in Deutschland vergebens. Bereits bei der Einführung intelligenter Zähler hinkt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich hinterher. Dabei sind die sogenannten Smart Meter der erste Schritt zum intelligenten Netz. Seit Jahresbeginn ist deren Installation zwar Pflicht in Neubauten sowie bei grundlegenden Sanierungen, allerdings zögern die Versorger bisher mit Investitionen in das Smart Metering und beschränken sich lediglich auf die Erfüllung der gesetzlichen Mindestvorgaben.

Doch der Handlungsdruck steigt: Dafür sorgt zum einen die Bundesregierung mit der Vorgabe notwendiger Klimaziele. Intelligente Zähler in einem intelligenten Netz bilden eine wesentliche technologische Grundlage auf dem Weg zu umweltfreundlicher Energiepolitik – strengere Auflagen des Gesetzgebers sind daher absehbar. Zum anderen zeigt sich immer deutlicher, dass die bisherige Infrastruktur den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen ist. So speisen dezentrale Energieerzeuger durch Windkraft-, Biogas- oder Photovoltaikanlagen kontinuierlich mehr Energie in die Netze ein, was eine wesentlich komplexere Struktur erforderlich macht. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte wird zudem eine deutlich wachsende Anzahl von Elektroautos neue Ansprüche an die Netzbetreiber stellen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Foto © Pixelio, Ralph Karow

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