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Stromtarife, Stromanbieter, Nachrichten, Spartipps und mehr

Monatsarchiv für November 2008

Elektroautos schonen das Klima

Donnerstag, den 27. November 2008

„Ob wir eines Tages elektrisch betriebene Autos fahren werden, ist längst nicht mehr die Frage – sondern nur noch wann“, so Wulf H. Bernotat heute bei der nationalen Strategiekonferenz zur Elektromobilität in Berlin.

Intelligente Stromzähler tanken Autos über Nacht mit Ökostrom

Foto (c) DaimlerDer E.ON-Vorstandsvorsitzende betonte die Vorteile von Elektrofahrzeugen: „Wir können damit Energie sparen, die Abhängigkeit von Ölimporten verringern und den Ausstoß von CO2 im Verkehr deutlich vermindern. Mit E.ON-Strom betrieben, würden Elektroautos in Deutschland schon heute nur noch 80g CO2 pro km emittieren, halb so viel wie ein durchschnittlicher PKW mit Verbrennungsmotor und deutlich unter dem künftigen EU-Grenzwert von 120 g CO2. Und wenn E.ON wie geplant den Anteil erneuerbarer Energien an unserer Stromerzeugung bis 2030 auf 24 Prozent verdoppeln, wird das Autofahren noch umweltverträglicher.“

Da die Stromwirtschaft schon dem Emissionshandel unterliegt, sei die Elektrifizierung des Verkehrs zudem ein Weg, auch den Straßenverkehr in einen effizienten Mechanismus des Klimaschutzes einzubeziehen, so Bernotat.

E.ON sieht darüber hinaus die Möglichkeit, Elektroautos als Energiespeicher auf Rädern für den unregelmäßig verfügbaren Windstrom einzusetzen. Sie könnten nachts Strom aufnehmen und tagsüber beim Parken einen Teil ihrer Stromladung wieder in das Netz einspeisen. Dafür entwickelt E.ON im Rahmen eines Flottenversuchs mit dem Umweltministerium und VW schon jetzt Konzepte, weitere Projekte werden geprüft.

Für die Verbindung von Auto und Netz sorgen intelligente Stromzähler. Diese Minicomputer können zum Beispiel nachts, wenn viel Strom vorhanden ist, das Elektroauto selbständig mit Strom „tanken“. E.ON betreibt in Europa schon heute fast 1,8 Mio. dieser so genannten „smart meter“ und ist damit der zweitgrößte Anbieter dieser Technik, die die heute bekannten Stromzähler in Haushalten in den nächsten Jahren ersetzen wird.

Foto Daimler AG

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Strom wird teurer

Mittwoch, den 26. November 2008

Schechte Nachrichten für alle Verbraucher:

Zum neuen Jahr wird der Strom deutlich teurer. Bundesweit planen nach Angabe von Verivox 354 Versorger die Strompreise anzuheben – teilweise um bis zu 21 Prozent.

Deutschlandkarte

Im Durchschnitt sollen die Tarife um 8,5 % steigen. Für die Durschnittsfamilie (4 Personen, Verbrauch 4000 kW/h) ergibt sich damit eine Mehrbelastung von rund 75 € pro Jahr.

Damit ist die geplante Strompreiserhöhung eine der höchsten, die es jemals gab. Für Verbraucher lohnt es ich jetzt besonders, die Stromtarife zu vergleichen und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Genau das haben vor einem Jahr sehr viele Verbraucher auch gemacht und sind zu einem günstigeren Anbieter gewechselt.

Jetzt den Stromanbieter wechseln!
Unser Tipp: Überpürfen Sie den eigenen Tarif kostenlos mit dem Tarifrechner. Dort findet sich eine vollständige Übersicht aller Stromtarife in Deutschland. Dazu wird lediglich der jährliche Stromverbrauch und die Postleitzahl des Wohnortes eingegeben – in sekundenschnelle erhält der Kunde dann ein vollständiges Bild über seinen Strommarkt. Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter ist ganz einfach möglich. Via E-Mail, Post oder Online-Antrag werden die notwendigen Unterlagen über Stromauskunft bestellt. Der neue Stromversorger regelt dann alles Weitere für den Verbraucher und übernimmt die lückenlose Stromversorgung.

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Gorleben und kein End(e –lager) in Sicht

Montag, den 24. November 2008

Die Krawalle um den Atommülltransport sind vorbei. Jetzt kann man mal nüchtern die Situation betrachten. Wir (Deutschland) beschließen den Atomausstieg, übernehmen aber freiwillig den Atommüll aus Frankreich.

Nachts, wenn der Strom billig wird

Foto (c) DaimlerIm Gegenzug importieren wir dann den teuren Atomstrom aus Frankreich, wenn wir endgültig ausgestiegen sind. Um gleich die Karten auf den Tisch zu legen: Natürlich mache ich mir Sorgen, wie man mit dem Atommüll umzugehen hat. Ich sehe aber zurzeit keine Chance, ohne Atomenergie, den wachsenden Strombedarf zu decken.

Alternative Energien sind ein schönes Zubrot. Bislang sind wir aber nicht in der Lage, mit Wind-, Sonnen oder Wasserenergie, unseren Bedarf zu decken. Öl oder Gas zu verstromen ist teuer – und man begibt sich zusätzlich in eine Abhängigkeit von Lieferanten. Fusionsenergie wäre vielleicht ein Ausweg. Aber bis wir auf diese Energieform zugreifen können, vergehen sicherlich noch zwei bis drei Jahrzehnte.

Was tun? Sparen ist sicher ein guter Weg. Aber irgendwie ist das Potenzial auch schon ziemlich erschöpft. Kommen die Elektroautos weiter voran, gibt es sogar einen zusätzlichen Bedarf an Nachtstrom. Die Stromversorger wird es freuen. Denn die bieten dann vermutlich den Strom ab 22 Uhr gern sogar zu einem Spartarif an. Eine gleichmäßige Stromabnahme im Netz ist der Traum eines jeden Versorgers.

Gorleben, (c) Pixelio

Linktipps:

eSmart oben rechts, Foto © Daimler AG

Foto Gorleben, Pixelio | m. gade

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Regionale Bioenergieberater für Landwirte

Donnerstag, den 20. November 2008

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert ab 2009 regionale Beratungsstellen für Landwirte und Endverbraucher zum Thema Bioenergie und Energiepflanzen. Interesse? Jetzt bewerben!

Regionalen Informationsarbeit zum Thema Energiepflanzen

(c) PixelioDas BMELV unterstützt ab 2009 in allen Flächenbundesländern Anlaufstellen, die Landwirten Beratung in Sachen Bioenergieproduktion und -nutzung anbieten. Zusätzlich sollen die Berater Endverbraucher zum Thema Energiepflanzen informieren. Einen entsprechenden Förderschwerpunkt hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) veröffentlicht.

Einrichtungen, die die geforderten Dienstleistungen übernehmen wollen, können ihre Bewerbung ab sofort bis spätestens zum 31.12.2008 an die FNR senden. Die Projekte werden auf 2 Jahre befristet.

Seit 2005 sammelt das BMELV bereits Erfahrungen mit regionalen Beratungsstellen für Landwirte zum Thema Biokraftstoffe. Die positive Resonanz auf diese in allen Flächenbundesländern bis zum Ende des Jahres bestehenden Angebote gab jetzt den Ausschlag für die Erweiterung der Beratungsprojekte. Schließlich können Landwirte nicht nur Biokraftstoffe einsetzen, sondern auch mit Holz oder anderen Biomassen heizen oder Biogasanlagen betreiben. Viele Unternehmen möchten zudem die Energiepflanzen dafür selbst anbauen.

Zwar ist der Landwirt als Energiewirt heute längst keine Ausnahme mehr, doch Informationsbedarf besteht nach wie vor. Dieser soll in Form individueller Beratungen abgedeckt werden. Hierbei stehen auch Tipps für einen nachhaltigen, effizienten und wirtschaftlichen Bioenergie-Einsatz im Fokus. Vorgesehen ist auch die Auswahl und Bekanntmachung repräsentativer Demonstrationsbetriebe.

Eine Nebenaufgabe für die Berater besteht in der regionalen Informationsarbeit zum Thema Energiepflanzen. Sie soll sich vor allem an Endverbraucher richten, um den großen Bedarf an Hintergrundinformation zu decken und zu einem besseren Verständnis der Energieproduktion auf dem Acker beizutragen. Die künftigen Berater sind gefragt, Kommunikationskonzepte für diese Aufgabenstellung zu entwickeln.

Interessierte Bewerber sollten beide Aufgabenstellungen übernehmen. Ihre Bewerbung können sie bis zum 31.12.2008 an den Projektträger des BMELV, die FNR, unter info@fnr.de senden.

Nähere Informationen zum Förderschwerpunkt und den Bewerbungsanforderungen stehen auf http://www.fnr.de, Stichwort Förderschwerpunkte, zur Verfügung.

Linktipps:

Foto © Pixelio | RainerSturm

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Sparfüchse und Stromsparwunder

Dienstag, den 18. November 2008

Am Wochenende, das Wetter konnte sich nicht entscheiden zwischen superschlecht und supergut, war ich mal wieder im Netz unterwegs. Kann man irgendwo ein Schnäppchen machen in Sachen Strom? Ein paar nicht ganz so Ernst gemeinte Gedanken…

Sonntag ist auch mal Ruhetag

Dacle, Hund (c) PixelioEinfach mal VoRWEg gehen, dachte ich, die Homepage der RWE besuchen. Die Homepage will uns Mut machen. 3 Jahre: Der Preis bleibt. Das hört sich so etwas wie ein Wahlversprechen an. Die Mehrwertsteuer wird nicht erhöht und mit der SPD natürlich nicht gleich um zwei Prozent. Dann erhören wir einfach um drei Prozent – war quasi eine Notlüge…

Zurück zur Homepage. Falls man weitere Informationen benötigt, muss man sich vermutlich erst einmal registrieren lassen. Mit Mozilla Firefox geht gar nichts, der Internet Explorer zeigt dann wenigsten eine Meldung an: Wartungsarbeiten. Klar ist Sonntag, da ist ja kein Mensch im Netz. Wer will schon am Sonntag irgendwelche Infos laden? Irgendwie ermittele ich dann nach einigen Klick bei einem Verbrauch von 6.000 KWh Kosten von 1.406,82 €.

Mit Klick auf Geschäftkunden, sieht die Homepage irgendwie auch nicht anders aus. Vielleicht kann ich ja als Kleinunternehmen Geld sparen? Der Link Gewerbekunde < 10.000 KWh bringt es an den Tag: Als Gewerbekunde zahl ich 1.449,66€ – auch kein Geschäft.

Na dann eben nicht.

Foto: Condor könnte Modell gestanden haben für den RWE-Dackel

Foto © Pixelio | Michael Ermel

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Stromspartipps – Steigender Stromverbrauch in den kalten Monaten

Montag, den 17. November 2008

Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür und damit auch ein erhöhter Bedarf an Energie. Lampen glühen länger, Wasserboiler und Kochgeräte werden intensiver genutzt und Haushalte mit Elektroheizungen sehen ihrer kostenmäßigen Hochsaison entgegen. Aber auch beim Heizen mit Gas und Öl sowie der alltäglichen Warmwasser-Nutzung verbrauchen die entsprechenden Umwälzpumpen Strom. Alles in allem steigt der Stromverbrauch in deutschen Wintern um rund 10 bis 15 Prozent.

Bei einem ohnehin schon kritischen Preispegel am Energiemarkt kann ein solcher Mehrbedarf zum echten Ärgernis werden, denn fest steht: Am Ende zahlt immer der Kunde. Um trotzdem möglichst wirtschaftlich durch den Winter zu kommen, hilft neben einem ausgewogenen Heiz/Lüft-Verhältnis vor allem der Gebrauch von Stromsparlampen – immerhin kann der Anteil der Beleuchtung im Gesamtverbrauch bis zu 15 Prozent ausmachen. Und einen Vorteil hat die Kälte allemal: Eine Reihe bestimmter Lebensmittel und Getränke kann prima in Keller oder Garage überwintern und somit Ihre Kühlgeräte entlasten.

Weitere nützliche Ratschläge zum kostensenkenden Umgang mit Energie finden Sie übrigens auf StromAuskunft.de unter der Rubrik Stromspartipps.

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Waschmaschine: Lohnt sich eine Neuanschaffung?

Freitag, den 14. November 2008

Die “alte” dreht noch munter ihre Runden. “Unkaputtbar”, wie die Mercedes-Leute ihren Unimog beschreiben. Ein neues Gerät kosten gut und gern 500 Euro und mehr. Da fällt eine Entscheidung schwer.

Spart Strom, Zeit und Wasser

(c) Pixelio…heißt es in der Werbung. Media-Markt, Saturn, Quelle und Co. überschlagen sich mit Angeboten. Die Rechnungen, die einige Discounter uns anbieten sind verlockend:

  • Preisvorteil 50,- Euro (weil Sonderangebot)
  • Stromkostenersparnis* 92,40 Euro
  • Wasserkostenersparnis**: 79,99 Euro

Sie sparen: 222,39 Euro, wenn Sie eine Waschmaschine für 499,99 Euro kaufen.

Grundsätzlich ist an der Rechnung nichts auszusetzen. Man sollte aber auch das Kleingedruckte lesen, welches sich hinter den Sternchen verbirgt:

* Stromkostenersparnis in 10 Jahren gegenüber einem 10 Jahre älteren Gerät, bei durchschnittlich 220 Waschladungen und einem Strompreis von 0,2 Euro pro KWh.

** Bei den Wasserkosten werden ebenfalls 220 Waschladungen angesetzt, bei einem Wasserpreis von 4,04 Euro pro Kubikmeter. (Quelle: Quelle, kein Scherz sondern der Quelle-Versand).

Grundsätzlich geht die Rechnung so in Ordnung. Unseriös ist, mit zwei Stellen nach dem Komma zu rechnen. Wie hoch wird der Strompreis in 10 Jahren sein. Vermutlich deutlich höher. Ebenfalls der Wasserpreis. Damit kippt die Rechnung / Entscheidung in Richtung Neukauf. Vermutlich wird man auch mit 220 Waschladungen bei einem 4-Personenhaushalt nicht auskommen. Testen Sie die Zahl mal selbst. Schwierig ist der Zeitraum. Eine Maschine sollte sich nicht erst in zehn Jahren amortisieren, denn das ist die allgemeine Lebenslaufzeit einer Waschmaschine.

Aus Umweltgründen ist ein Neukauf natürlich immer zu empfehlen.

LinkTipps:

Foto © Pixelio | Bolliger Hanspeter

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Stromanbieter, Gasanbieter wechseln

Dienstag, den 11. November 2008

Gas und Strom bleiben weiter teuer. Da verstehe einer die Welt. Der Gaspreis ist am Ölpreis gekoppelt. Wird Öl teurer, wird auch Gas teuerer. So weit so gut. Sinkt aber der Ölpreis, bleibt Gas weiterhin teuer. Das ist Abzocke!

Wechseln ist in manchen Regionen nicht so einfach

PixelioWie das Morgenmagazin heute (11.11.08) berichtet, steigen die Gaspreise beharrlich:

“Rechtzeitig zur Heizperiode haben Anfang Herbst 276 Gasversorger ihre Preise um bis zu 31 Prozent angehoben. Die stärkste Preiserhöhung haben die Stadtwerke Herne zum ersten Oktober durchgeführt. Dort stiegen die Preise um 31 Prozent, was jährlichen Zusatzkosten von 392 Euro entspricht”, so das Magazin auf ihrer Homepage.

Die Versorger reden sich raus. Sie können den Gaspreis erst im Frühjahr wieder senken, weil der Gaspreis immer leicht dem Ölpreis hinterherhinkt. Dann ist die teure Heizsaison zu Ende. Schade, hier könnte sich doch mal das Kartellamt einschalten oder die Politiker mal für etwas Druck sorgen. Wir Medien können nur den Finger in die Wunde legen.

In einigen Bereichen sinkt der Gaspreis bereits (s.a. Blog vom 08.11.08), viele Anbieter weigern sich weiterhin diesen wichtigen Schritt zu tun. Gestern habe ich für 1,18 Euro pro Liter Super getankt – aber Gas bleibt bei uns im Emsland immer noch sehr, sehr teuer.

GasAuskunftLinktipps:

Foto © PIXELIO | Ernst Rose

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Gaspreise sinken

Samstag, den 8. November 2008

Endlich wieder gute Nachrichten für Verbraucher! Die ersten Gasversorger haben eine Reduktion ihrer Gastarife angekündigt. 5 der bundesweit ca. 750 Gasversorger senken Ihre Preise zum 01. Dezember. Das wurde auch höchste Zeit, denn immerhin sinkt der Ölpreis seit Monaten kräftig und das Barrel Rohöl kostet aktuell nur noch halb so viel, wie noch im Juli diesen Jahres. Normalerweise sollten die Preise deutlich sinken, denn die Gaspreisentwicklung ist an die Ölpreisentwicklung gekoppelt. Es ist also wahrscheinlich, dass viele Versorger demnächst nachziehen werden.

GasAuskunft

Unser Tipp: Behalten Sie die Gaspreise im Auge und machen vergleichen Sie die Gastarife.

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Ziel: CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung vermindern

Donnerstag, den 6. November 2008

Die Region forscht, die Welt profitiert – diese Aussage füllt RWE im „Innovationszentrum Kohle“ in Niederaußem mit Leben. „Wir wollen durch technische Innovationen den Energieträger Kohle zukunftsfest machen“, erklärt Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender der RWE Power.

Innovationszentrum Kohle bündelt Forschung zur CO2-Reduzierung

  • Die Region forscht, die Welt profitiert: Forschungsinitiative von RWE zur Kohleverstromung in Niederaußem – Investitionsvolumen: 90 Mio. Euro
  • Kooperationen in Theorie und Praxis mit Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen und weiteren internationalen Partnern

(c) PixelioZiel ist, den CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung deutlich zu vermindern. Deshalb bündelt das Unternehmen seine zukunftsweisenden Aktivitäten am Kraftwerksstandort Niederaußem und investiert in den nächsten Jahren rund 90 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung von CO2-Reduktions- und Umwandlungstechnologien. Neben konkreten Projekten, die hier vom Labor quasi direkt auf die Werkbank gehen, soll das „Innovationszentrum Kohle“ internationalen Experten die Möglichkeit zum Austausch geben. Ab dem Frühjahr 2009 werden in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, dem FZ Jülich und dem TÜV Rheinland praxisbezogene Symposien mit internationalen Experten wie auch Studenten aus der Region stattfinden.

Niederaußem bietet sich in besondere Weise als Forschungs- und Entwicklungsstandort an. Seit 2003 ist hier das weltweit modernste „Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik“ (BoA) im kommerziellen Einsatz. Mit einem Wirkungsgrad von über

43 Prozent nutzt der 1.000 MW-Block den eingesetzten Brennstoff optimal aus. Dabei verringert sich die CO2-Emission um rund 30 Prozent, erspart der Umwelt somit drei Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. „Am BoA-Kraftwerk können wir Technologien und Verfahren im großtechnischen Maßstab erproben, die die Stromerzeugung aus Kohle effizienter, klimaverträglicher und wirtschaftlicher machen“, so Lambertz weiter.

Vier große Projekte laufen inzwischen: In einer Prototypanlage testet RWE die selbstentwickelte Vortrocknung von Braunkohle nach dem Wirbelschichtverfahren. Sie soll den Wirkungsgrad der Stromerzeugung mit Braunkohle um zehn Prozent auf über 47 Prozent steigern. Die Projektkosten betragen 50 Millionen Euro. Eine Lizenz für das Verfahren konnte bereits nach Australien vergeben werden.

Wie sinnvoll die Konzentration unterschiedlicher Forschungsvorhaben an einem Ort ist, zeigen die Beispiele CO2-Wäsche und REAplus: In einem Gemeinschaftsprojekt von BASF, Linde und RWE Power entsteht in Niederaußem eine Pilotanlage zur CO2-Wäsche (Kostenpunkt: rund neun Millionen Euro), mit der Möglichkeiten zur Abscheidung von Kohlendioxid untersucht werden. Dabei gilt: Je sauberer das Rauchgas ist, desto besser wirken die eingesetzten Waschlösungen. Hier setzt REAplus an. Mit diesem Hochleistungswäscher sollen Schwefeldioxid- und Staubkonzentration deutlich gesenkt werden, und zwar auf rund ein Zehntel der heutigen durchschnittlichen Emissionen.

Von dieser Weiterentwicklung soll insbesondere auch das Umfeld von Kraftwerken profitieren. RWE bringt dieses 5,5 Millionen Euro teure Projekt mit dem österreichischen Partner Austrian Energy&Environment voran.

„Jüngstes Kind“ der Forschungsfamilie ist die Pilot-Algenanlage, die NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und RWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Großmann gemeinsam in Betrieb genommen haben. Hierbei wollen Ingenieure von RWE zusammen mit der Jacobs-University, Bremen, und dem Forschungszentrum Jülich Möglichkeiten finden, das CO2 aus Kraftwerksrauchgasen in die pflanzliche Substanz einzubinden. Die Algenbiomasse wird später geerntet, unter anderem auf ihre Verwertbarkeit als Energieträger untersucht und in Biogasanlagen wie am RWE-Kraftwerk Neurath energetisch genutzt. 700.000 Euro stehen in einem ersten Schritt für das Projekt bereit.

In Sachen Klimaschutz beschränkt sich RWE in Niederaußem nicht auf F&E-Projekte. Durch Maßnahmen zur Leistungs- und Effizienzsteigerung werden nicht nur zwei bestehende 600 MW-Kraftwerksblöcke künftig bei gleicher Stromproduktion rund 600.000 Tonnen CO2 weniger ausstoßen. Zusätzlich wird durch den Einsatz modernster Leittechnik und einer hochgenauen Messtechnik die Flexibilität der beiden Anlagen, also das Herauf- und Herunterfahren der Blöcke, wesentlich verbessert. Lastschwankungen, wie sie bei der Windenergie vorkommen, können so besser ausgeglichen werden; ein sinnvolles Zusammenspiel von erneuerbaren und fossilen Energien. Allein für die Arbeiten an Elektro- und Leittechnik werden rund 30 Millionen Euro aufgewendet.

„Es geht hier nicht um Werbeformeln, sondern um angewandten Klimaschutz“, stellte Dr. Frank-Detlef Drake heraus, verantwortlich für Forschung und Entwicklung im RWE-Konzern. „Dabei ist dies nur eine Facette. Im Bereich F&E arbeiten wir bei RWE übergreifend daran, langfristige Visionen und Ideen für die Energieversorgung der Zukunft zu entwickeln. Für die anstehenden Herausforderungen benötigen wir neue, intelligente und vernetzte Gesamtkonzepte.“

LinkTipps:

Foto: Braunkohle-Kraftwerk Neurath | PIXELIO Foto: Kurt F. Domnik

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