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Monatsarchiv für Juli 2008

Kostenexplosion

Mittwoch, den 30. Juli 2008

Es droht schon wieder neues Ungemach. Die Kosten für Kraftwerksneubauten haben sich zum Teil fast verdoppelt. Die Zeche zahlt am Ende der Verbraucher.

Kosten für Kraftwerksneubauten zum Teil fast verdoppelt

Wie der Bundestag berichtet: Aufgrund von Kapazitätsengpässen und Preisexplosionen auf dem Rohstoffmarkt haben sich die Kosten für Kraftwerksneubauten gegenüber 2007 teilweise fast verdoppelt.

(c) Pixelio

Die durchschnittlichen Kosten für ein neues Gaskraftwerk hätten 2007 bei 500.000 Euro pro Megawatt und für ein Kohlekraftwerk bei etwa 1,2 Millionen Euro pro Megawatt gelegen, teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/10029) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/9937) unter Hinweis auf Angaben der Kraftwerksinvestoren mit. Die Fraktion hatte sich nach den volkswirtschaftlichen Gesamtkosten der Energieversorgung erkundigt. Laut Bundesregierung liegen keine belastbaren Daten über die Gesamtkosten der Stromerzeugung vor. Auch gebe es keine detaillierte Übersicht über die Anlage- und die Betriebskosten. Die Vergütungen für Stromeinspeiser nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz hätten im Jahr 2007 vorläufigen Schätzungen zufolge bei etwa 7,9 Milliarden Euro gelegen. Daraus ergäben sich so genannte Differenzkosten in Höhe von 4,3 Milliarden Euro, die die Differenz zwischen den gezahlten Vergütungen und den durchschnittlichen Strombezugskosten der Energieversorger pro Kilowattstunde abbilden.

Die Bundesregierung kann nach eigener Darstellung “nicht abschließend bewerten”, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang erneuerbar erzeugter Strom bereits heute aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wirtschaftlich ist. Dies gelte erst recht auch im Hinblick auf die langfristigen Prognosen.

Quelle: Deutscher Bundestag :: Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Günstig, aber nicht günstig genug

Mittwoch, den 23. Juli 2008

Frontal21 hat in seiner Sendung vom 22.07.08 darauf hingewiesen, dass einige Stromrechner nicht alle günstigen Angebote finden. Daher ist Wachsamkeit geboten: Auch Stromrechner müssen verglichen werden.

Achtung, vergleichen spart Geld

Es gibt Stromrechner, die finden nicht alle günstigen Tarife. Denn wenn ein Link zu einem Stromwechsel führt, bekommt der Stromrechner unter Umständen dafür Geld. Also werden die Stromanbieter ganz oben platziert, mit dem der Stromrechner einen Vertrag hat.

(c) ZDF Frontal 21

“In Deutschland herrscht Wechselstimmung”, heißt es auf der Homepage von Frontal21, “Viele Stromkunden sind verärgert über die Preispolitik der großen Energiekonzerne – und suchen nach neuen Anbietern. So wechselten im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesnetzagentur mehr als eine Million Stromkunden den Anbieter.”

Wichtig ist es, auf die Voreinstellungen zu achten, denn nur so findet man die echten “Schnäppchen”, rät der Experte vom Energieverbraucherportal. Fazit, und das hilf dem Verbraucher leider nicht wirklich: Auch Stromrechner müssen verglichen werden, damit sich der Wechsel am Ende wirklich lohnt.

Linktipp:

Screenshot © ZDF / Frontal21

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Strom, nein Danke

Dienstag, den 22. Juli 2008

Es gibt ein Dorf in Norddeutschland, das ist völlig autark. Die “Strommultis” wie EON, RWE können hier keinen Euro verdienen. Selbstversorgung ist angesagt.

Das bisschen Strom, dass wir brauchen

(c) Pixelio…produzieren wir selbst, so das Motto der Biobauern. Seit 2005 ist das Dorf in Norddeutschland autark, braucht weder Strom noch Gas und auch kein Erdöl. Eine Biogasanlage und ein Biomasse-Heizwerk machen es möglich. 70 Prozent der Bevölkerung haben mitgemacht.

Wer früher mit Erdöl geheizt hat, spart heute 1000 Euro im Jahr. Je teurer die Energie wird, umso größer wird die Ersparnis. In Jühnde, so heißt das kleine Dorf, werden vor allem Energiepflanzen verwertet. So nennt man Sonnenblumen, Raps, Mais und Weizen.

Der zuviel produzierte Strom wird natürlich gewinnbringend in das Netz eingespeist. Und so kann die Genossenschaft auch noch jährlich eine Dividende auszahlen. Nicht Geld bezahlen – sondern Geld bekommen. So macht Energie sparen Spaß.

Gäste und Nachahmer aus aller Welt wollen dieses Konzept kopieren.

Linktipp:

Foto © Pixelio | Markus Kräft

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Stromauskunft fragt Experten

Freitag, den 18. Juli 2008

In der neuen Rubrik Experten, befragt Stromauskunft Fachleute aus dem Bereich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu aktuellen Themen. Heute Stromnetze. Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) ist Mitglied des Deutschen Bundestages und Energieexperte.

Ist es eigentlich gut für den Verbraucher, wenn die Stromnetze unabhängig werden?

Die stetig steigenden Energiepreise belasten Wirtschaft und Verbraucher. Wir brauchen mehr Transparenz und Wettbewerb. Erste Ergebnisse konnten bereits erzielt werden: So werden etwa die Stromerzeuger künftig ihre Kraftwerksdaten auf einer Website veröffentlichen; die dabei zu veröffentlichenden Daten werden deutlich ausgeweitet und es soll eine breite Marktabdeckung dadurch geben, so dass sowohl die großen Stromkonzerne als auch die kommunalen Erzeuger und die Industrie teilnehmen. Damit können Vorgänge im Stromgroßhandel transparenter nachvollzogen werden. Doch es ist klar, das ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die konsequente europaweite Liberalisierung der Märkte für Strom (wie übrigens auch für Gas) ist eine Voraussetzung, dass sich in den früher von Monopolen geprägten Wirtschaftszweigen der Wettbewerb entfaltet. Dabei genügt Wettbewerb alleine nicht, wir brauchen zugleich Energieversorgungssicherheit. Um unsere Versorgungslage sicherzustellen, brauchen wir einen soliden Energiemix.

Vor diesem Hintergrund sind Laufzeitverlängerungen unverzichtbar, wenn wir nicht künftig teuere Kernenergie aus den europäischen Nachbarländern importieren wollen. Und an dieser Stelle will ich die Stromkonzerne wiederum in die Pflicht nehmen – vor einer Laufzeitverlängerung will ich wissen, wie die Stromerzeuger den Preisvorteil an die Kunden weitergeben.

Bezüglich der Ihrerseits angesprochenen Netzenteignungsfrage folgendes: die deutsche Monopolkommission – die die Bundesregierung in Wettbewerbsfragen berät – hat in Ihrem aktuellen Hauptgutachten hierzu Stellung bezogen. Sie steht der Enteignung wegen der nicht unerheblichen ökonomischen Risiken kritisch gegenüber, insbesondere seien die Auswirkungen der eigentumsrechtlichen Entflechtung auf die Energiepreise nicht vorhersehbar und langwierige Rechtsstreitigkeiten drohen. Damit wird die Haltung unseres Wirtschaftsministers, Michael Glos, bestätigt, der sich für einen so genannten dritten Weg in der Entflechtung der Netze von den Konzernen einsetzt. Glos will die staatliche Kontrolle über die Netze verschärfen und will den Energiekonzernen die organisatorische Hoheit über die Netze entziehen, sie sollen aber im Eigentum der Konzerne bleiben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sehe ich das genauso: wir wollen, dass unsere Netze ausgebaut und ertüchtigt werden. Dies sollen die tun, die über die entsprechenden Mittel verfügen und das sind nun mal die Eigentümer. Ein Retro-Sozialismus wird uns an dieser Stelle nicht weiterbringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Georg Nüßlein

Linktipps:

Foto (c) Georg Nüßlein

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Asse II unter Atomrecht stellen

Donnerstag, den 17. Juli 2008

Wie der Bundestag berichtet, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass das Forschungsendlager Asse II unter Bundesaufsicht stehen sollen. Die Pannen haben sich gehäuft, so dass Wachsamkeit angebracht wäre.

Unsicherheit nicht länger hinnehmbar

Berlin: (hib/AS) Das Forschungsendlager Asse II in Niedersachsen soll dem derzeitigen Betreiber, dem Helmholtz-Institut-München, entzogen und künftig nach atomrechtlichen Maßgaben bewertet werden. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag (16/9809).

(c) Pixelio

Darin verlangen die Grünen auch, dass alle geplanten Maßnahmen zur Vorbereitung eines Flutungskonzeptes gestoppt und entsprechende Alternativen erarbeitet werden. Zur Begründung erklärt die Fraktion, dass die Zustände in dem ehemaligen Salzbergwerk “nicht länger hinnehmbar” seien. Zwischen 1965 und 1973 seien dort, so die Grünen, insgesamt 125.787 Fässer mit leicht radioaktivem Müll eingebracht worden. Seit mindestens 20 Jahren sickere dort eine Salzlösung ein. “Herkunft und exakter Verbleib der Flüssigkeit sind bislang ungeklärt”, heißt es darin weiter. Zudem hätten die Betreiber zugeben müssen, dass in Teilen der eindringenden Lauge Cäsium 137 festgestellt worden sei und die Strahlenwerte bis zum Neunfachen über dem zulässigen Grenzwert lägen. Die dafür Verantwortlichen, die radioaktive Kontamination verheimlicht hätten, sollten daher zur Rechenschaft gezogen werden.

Quelle: HIB, :: Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Europäische Solarpreise 2008

Dienstag, den 15. Juli 2008

Für herausragende innovative und kreative Leistungen bei der Verbreitung Erneuerbarer Energien verleiht EUROSOLAR auch in diesem Jahr die Europäischen und Deutschen Solarpreise.

Eile ist geboten

Vorschläge können noch bis Ende Juli bei EUROSOLAR eingereicht werden. Die Europäischen und Deutschen Solarpreise werden seit 1994 für beispielhafte Projekte und an Personen vergeben, die sich um die Nutzung Erneuerbarer Energien verdient machen. In den vergangenen 14 Jahren wurden europaweit mehr als 300 Preisträger aus rund 2.500 vorgeschlagenen Projekten ausgezeichnet.

Um der Breitenwirkung der Erneuerbaren Energien in der Vielfalt ihrer Anwendungsmöglichkeiten und -bereiche gerecht zu werden, erfolgt die Preisvergabe in verschiedenen thematischen Kategorien:

  • Städte/Gemeinden, Landkreise oder Stadtwerke;
  • Industrielle, kommerzielle oder landwirtschaftliche Betriebe/Unternehmen;
  • Lokale oder regionale Vereine als Förderer von Projekten für Erneuerbare Energien;
  • Solares Bauen und Stadtentwicklung;
  • Medien;
  • Transportsysteme mit Erneuerbaren Energien;
  • Bildung und Ausbildung;
  • Eine-Welt-Zusammenarbeit.

Außerdem wird ein Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement ausgeschrieben. Die Preisvergabe erfolgt zweistufig: Die Europäischen Solarpreise werden von den nationalen EUROSOLAR-Sektionen einzeln ausgeschrieben. Aus den Vorschlägen, die auf nationaler Ebene eingereicht und prämiert werden, wählt dann eine europäische Jury die Preisträger der Europäischen Solarpreise aus.

Private Eigentümer oder Betreiber von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien (z.B. Plusenergie- oder Nullemissionshäuser) können sich in Deutschland um eine Plakette im Rahmen des Deutschen Solarpreises bewerben. Auch Schulen und Bildungseinrichtungen können sich um eine Plakette bewerben.

Weitere Informationen zum Bewerbungsverfahren, ein Online-Anmeldungsformular sowie Präsentationen der bisherigen Preisträger finden Sie unter http://www.eurosolar.org

Screenshot © by EuroSolar

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Zahlungsunfähig?

Freitag, den 11. Juli 2008

Ein Gespenst geht herum. Mieter fürchten ihre Gas- und Stromrechnung nicht mehr bezahlen zu können. Zahlungsunfähig. Das ist bitter: Strom und Gas werden einfach abgeschaltet.

Man muss was tun

… rät die Verbraucherzentrale und gibt zahlreiche Tipps und Hintergrundinformationen. Bei den Stromanbietern rät sie, einen Preisvergleich anzustellen und empfiehlt unter anderem www.stromauskunft.de.

http://www.gas-auskunft.de/

Häuslebauer können natürlich mehr tun als Mieter. Die sollten aktiv werden: Angefangen von der Renovierung (Wärmedämmung, neue Fenster, wärmedichtes Dach usw.) bis hin zur Anschaffung einer neuen Heizanlage. Der gute Tipp am Schluss. Die Renovierung wird vom Staat gefördert, beispielsweise durch die KfW-Förderbank. Machen locken sogar mit bis zu 50 Prozent Ersparnis. Man sollte da aber vorsichtig kein. 50 Prozent sind schon ein sehr hohes Ziel. Doch auch einfache Tipps nützen und sparen: Heizung herunterschalten auf maximal 20 bis 21 Grad, Lampen und Stromfresser konsequent ausschalten.

Linktipps:

Foto Screenshot © Gasauskunft

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5. Teil: Interview mit Greenpeace

Montag, den 7. Juli 2008

Die Atomkraftwerke sollen sukzessive abgeschaltet werden. Aber wie wird die “Stromlücke” geschlossen? Zu diesem Thema werden wir Politiker und Verantwortliche der Stromindustrie befragen. Stromauskunft.de sprach mit Dipl. Betriebswirt Thomas Breuer, CFA und Energy Unit Head von Greenpeace e.V.

Es ist Unsinn, Atomkraftwerke wären nötig, um CO2 einzusparen

Frage 1: Der Atomausstieg ist eine beschlossene Sache. Es stellt sich nun die Frage, wie kann die produzierte Energiedifferenz ausgeglichen werden?

(c) GreenpeaceThomas Breuer: Greenpeace hat in seinem Energiekonzept “Plan B” dargestellt, dass wir schnell aus der Atomenergie aussteigen können und der Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) verringert werden kann. Wenn die Atomkraftwerke in Deutschland ab 2015 abgeschaltet sind, lässt sich das mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten ausgleichen, ohne dass zusätzliche CO2-Emissionen entstehen. Unser „Plan B“ ist sogar eher konservativ gerechnet. Es ist also Unsinn zu behaupten, Atomkraftwerke wären nötig, um CO2 einzusparen und den Klimawandel aufzuhalten.

Nach „Plan B“ ist die Versorgungs- sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet. Hinzu kommt, dass für Deutschland die Importabhängigkeit von Energierohstoffen wie Kohle und Uran sinken wird – in Zeiten knapper werdenden Rohstoffe und steigender Preise ist dies enorm wichtig. Für die Versorgungssicherheit ist es notwendig, die Kraft-Wärme-Kopplung stärker einzusetzen, die großen Potenziale für höhere Energieeffizienz zu erschließen und Erneuerbare Energien weiter auszubauen.

Frage 2: Gibt es eine Prognose, wie hoch etwa der Anteil an Erneuerbaren Energien (EN) in fünf Jahren (2013) sein wird? Können Sie Zahlen liefern?

Breuer: Da wir uns in unserer nationalen Analyse auf 2020 konzentriert haben, können wir nur den Anteil der Erneuerbaren Energien 2020 benennen. Der Anteil Erneuerbarer Energien beträgt im Jahr 2020 nach unserem Plan B 33 Prozent der Bruttostromerzeugung.

Frage 3: Wie bewerten Sie die Option “Fusionsenergie”? Gibt es eine Chance, durch Erhöhung der Fördermittel den Fortschritt zu beschleunigen?

Breuer: Greenpeace lehnt die Kernfusion ab. Das Kernfusionsprojekt ITER in Cadarache in Frankreich verschlingt über die nächsten 30 Jahre 10 Milliarden Euro. Mit diesen 10 Milliarden könnte man nach dem heutigen Stand der Technik 10.000 Megawatt Windstrom zubauen. Ersetzte man Braunkohlekraftwerke, würde das schon heute mit dazu beitragen, dass 100 Millionen Tonnen CO2 eingespart würden. Das bedeutet, dass man schon heute einen konkreten aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten würde und nicht erst in 50 bis 100 Jahren. Darüber hinaus ist völlig unklar, wann und ob die Kernfusion jemals mehr Energie produziert, als man in sie hineinstecken muss.

Zudem fällt bei einem Fusionsreaktor mehr Atommüll an, als beispielsweise bei Atomkraftwerken, wie sie derzeit noch in Deutschland laufen. Der Atommüll selbst ist weniger radioaktiv, da er weniger radioaktive Stoffe mit langen Halbwertzeiten aufweist, als Brennstäbe aus herkömmlichen Atomkraftwerken. Fakt bleibt aber auch hier, dass es nach wie vor keine Lösung für den Atommüll gibt, auch nicht für Atommüll aus dem ITER.

Ein weiteres großes Problem stellt das Proliferationsrisiko dar, also die militärische Nutzung. In einem Fusionsreaktor fällt radioaktives Tritium an. Tritium ist der Stoff, der eingesetzt wird, um Atombomben leichter und effektiver zu machen.

Fazit: Fördermittel sollten lieber in die Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien gesteckt werden, die Ihre Leistungsfähigkeit im Gegensatz zur Fusionsenergie schon bewiesen haben.

Linktipps

Foto © Greenpeace

» 5. Teil: Interview mit Greenpeace

Gaspreis- und Strompreisrebellen

Freitag, den 4. Juli 2008

Wie Plusminus in seiner Ausgabe vom 01.07.08 berichtet, habe viele Deutsche die Nase voll, sich ständig von den Energieversorgern abzocken zu lassen. Es regt sich erster Widerstand.

Akzeptieren oder rebellieren?

(c) PixelioDas ist hier die Gretchefrage. Die Kosten steigen, das Gehalt hält nicht mit, das Einspar-Potenzial ist ausgeschöpft: Kein neues Auto, Urlaub in Deutschland (wenn überhaupt), Austritt aus Kirche und Gewerkschaft… Wo soll noch gespart werden? Aber die Energiekonzerne sind in Ihrer Gier kaum zu bremsen. Plusminus rechnet vor, wie die Gewinne der Energiekonzerne sprudeln. Gas und Strom ist ein gutes Geschäft – ohne Risiko. Man muss nur ständig die Preise erhöhen. Die Ölkonzerne machen es uns vor.

Aber jetzt gibt es Widerstand. “Auch im sauerländischen Breckerfeld gibt es eine aktive Gruppe von Gaspreisrebellen. Allerdings ließ sich der örtliche Gasversorger AVU fast drei Jahre Zeit, bis er sie auf Zahlung der einbehaltenen Beträge verklagte”, berichtet Plusminus. Und die Aufständischen scheinen Erfolg zu haben. Denn was Plusminus ans Tageslicht zerrt, ist unangenehm für die Saubermänner aus der Gas- und Stromindustrie. Sie wollen ihre Zahlen nicht offen legen.

Weiterer Kritikpunkt: Es gibt eine enge Verflechtung zwischen Gasproduzenten und Gasvertreiber. Da müsste das Kartellamt eigentlich wach werden. “Und wenn E.on auf gestiegene Importpreise verweist, die an die Förderländer gezahlt werden müssen”, heißt es bei Plusminus, “bringen die Gaspreisrebellen ein weiteres Argument ins Spiel: E.on ist schon seit Jahren der größte nichtrussische Mitinhaber des Gasproduzenten Gazprom.” Fazit: E.on kassiert also doppelt.

Linktipps:

Foto © Pixelio | Tim Heinrichs-Noll

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