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Monatsarchiv für Mai 2008

Da scheint die Sonne nicht mehr

Samstag, den 31. Mai 2008

Wie Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen berichtet, plant die Bundesregierung, die Solarvergütung bis 2012 schrittweite zu streichen. Rechnet sich Photovoltaik dann noch?

Große Koalition kürzt Solarvergütung um ein Drittel

Klaus-Uwe GerhardtZu dem Beschluss der großen Koalition, die Solarvergütung bis 2012 um ein Drittel zusammenzustreichen, erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Energie- und Technologiepolitik: Die große Koalition kürzt die Vergütung für Solarstrom bis 2012 schrittweise um ein Drittel. Das Zusammenstreichen der Solarvergütung ist ein Angriff auf die Solarbranche und den Klimaschutz.

Die große Koalition gefährdet die Solarwirtschaft und damit aktuell über 40.000 Arbeitsplätze vor allem in Ostdeutschland, von dem gigantischen zukünftigen Arbeitsplatzpotenzial ganz zu schweigen. Die weltweite Vorreiterrolle bei der Photovoltaik, die sich Deutschland unter grüner Regierungsbeteiligung erarbeitet hatte, steht auf dem Spiel.

Union und SPD begehen damit auch Vertrauensbruch gegenüber den Solarunternehmen, die im Vertrauen auf eine verlässliche Politik hier in Deutschland mittlerweile einige Milliarden Euro investiert haben und weiter investieren wollten.

Im Gegensatz zur Kohle findet die Solarenergie weder bei Bundeskanzlerin Merkel noch bei Umweltminister Gabriel Unterstützung. Merkel und Gabriel reden sonntags von Klimaschutz – werktags streiten sie gegen die Solarenergie und für Kohlekraftwerke.

Nachdem die große Koalition mit großem Erfolg den Biokraftstoffen den Garaus gemacht hat, hat sie sich jetzt die Solarbranche vorgeknöpft. Wir bedauern, dass die große Koalition nicht das von uns vorgeschlagene Marktmodell für die Photovoltaik-Degression übernommen hat. Dieses Modell hätte die Kosten gesenkt und zugleich sichergestellt, dass die Solarbranche eine Zukunft in Deutschland hat.

Foto Pixelio | Klaus-Uwe Gerhardt

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Der Bundestag berichtet

Donnerstag, den 29. Mai 2008

“Kernkraft, nein Danke”, Erneuerbaren Energien schließen nicht die Energielücke. Bringen fossile Energieträger die Lösung?

Noch lange Strom aus fossilen Energieträgern

Berlin: (hib/AS) Um die Versorgung mit Energie zu sichern, setzt die Bundesregierung neben erneuerbaren Energien auch auf fossile Kraftwerke. In einer Antwort (16/9158) auf eine Kleine Anfrage (16/8959) der FDP über die Sicherheit der Energieversorgung, schreibt die Regierung, dass “auch in Zukunft noch lange Zeit Strom zum großen Teil aus fossilen Energieträgern erzeugt werden” müsse, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Daher sei auch der Bau neuer fossiler Kraftwerke “über die im Bau befindlichen Kraftwerke hinaus” erforderlich. Hintergrund der Anfrage war eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zum Thema Atomausstieg und Versorgungssicherheit. Die Fraktion hatte gefragt, ob das UBA die Kompetenz besitze, über die Sicherheit der Energieversorgung zu urteilen. Die Bundesregierung erklärte in der Antwort, dass es unter anderem auch Aufgabe des UBA sei, das Bundesumweltministerium auch wissenschaftlich zu unterstützen.

(c) Pixelio

Quelle: Deutscher Bundestag

Foto: Pixelio | Olaf Schneider

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Dubiose Stromanbieter

Mittwoch, den 28. Mai 2008

Nicht immer ist billig günstig. Leider gibt es auch schwarze Schafe bei den Stromanbietern. Der Staatsanwalt ermittelt.

Drum prüfe, wer sich “ewig” bindet

“Regelmäßig landet die Firma Flexstrom aus Berlin im Preisvergleich auf den obersten Plätzen”, berichte Oxford Business News auf der Homepage. “Die Kilowattstunde ab 16,4 Ct. ist extrem günstig und auch der monatliche Grundpreis von 7,50€ ist moderat. Die günstigen Preise gelten aber nur für die so genannten Pakete, also 1 -Jahres -Verträge mit Vorauskasse”, gibt das News-Magazin zu bedenke. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das heißt sicherlich noch nichts.

Die ganze Aktion kann aber einen Haken haben. Weil durch die Vorkasse eventuell Löcher gestopft werden müssen. Wie auch Fronta21 schon warnt. Ist das Geld erst beim Stromanbieter und geht dieser in Konkurs, schaut der Kunde erst einmal in die Röhre. Dass der sein Geld zurückbekommt, ist mehr als fraglich. Aber wie heißt es so schön beim Zahnarzt: Vorsicht ist besser als bohren!

Screenshot © Oxford Business News

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BIO ist IN

Sonntag, den 25. Mai 2008

Mit dem Start des Wettbewerbs fördert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) die Prämierung innovativer Praxisbeispiele von Biogasanlagen.

KTBL führt den Bundeswettbewerb “Musterlösungen zukunftsfähiger Biogasanlagen” durch

Alle Biogasanlagen, die in räumlich funktionalem Zusammenhang zur Landwirtschaft stehen und die seit mindestens einem Jahr in Betrieb sind (Stichtag ist der 30.06.2007) können sich bis zum 15. Juli 2008 (Poststempel) beim Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) bewerben.

Die Prämierung der Sieger erfolgt im Rahmen der Eurotier 2008 durch den Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer. Für die Teilnahme am Bundeswettbewerb müssen die Landwirte als Bauherren und Betreiber der Anlagen bzw. deren Berater oder Planer beim KTBL die Teilnahmeunterlagen anfordern und fristgerecht einreichen. Für die Auszeichnung kommen Lösungen bei Biogasanlagen in Frage, die sich in der Praxis bewährt haben und den Kriterien Effizienz der Biomasseverwertung, Arbeitswirtschaft, Wirtschaftlichkeit und Umwelterheblichkeit entsprechen. Eine Jury wählt dann auf Grundlage von Vor-Ort-Besichtigungen fünf mustergültige Biogasanlagen aus, die während der Eurotier 2008 ausgezeichnet werden.

Alle nötigen Informationen und Teilnahmeunterlagen zum Bundeswettbewerb sind im Internet unter www.ktbl.de abrufbar.

Grafik © Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

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Energien für die Zukunft

Freitag, den 23. Mai 2008

Erneuerbare Energien leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft – für mehr Klimaschutz, mehr Versorgungssicherheit und die Schonung der Ressourcen unserer Erde.

Forschung und Entwicklung sorgen für Vorsprung

Deshalb sucht Eon weltweit immer weiter nach geeigneten Standorten um unerschöpfliche Ressourcen wie Wind, Wasser und Biomasse Klima schonend und effizient zu nutzen. “Erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie wegweisende, internationale Projekte”, heißt es auf der Homepage, “tragen diesem Anspruch und unserer Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt Rechnung.”

Im wasserreichen Schweden zum Beispiel erzeugt Eon schon 30 Prozent der Energie aus Wasserkraft. Vor den Küsten Englands und Deutschlands betreibt der Energieerzeuger große Offshore-Windkraft-Anlagen. “Und bei der Biomasse-Nutzung treiben wir in Deutschland neben der Produktion Forschung und Entwicklung mit Hochdruck voran”, davon ist Eon überzeugt. “Der Erfolg gibt uns Recht. Schon heute erzeugen wir 14 Prozent unserer Energie aus Erneuerbaren Energien. Diesen Anteil weiter auszubauen ist unser erklärtes Ziel für die Zukunft.”

LinkTipp:

Foto EON AG

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Analysieren und sparen

Mittwoch, den 21. Mai 2008

Natürlich machen wir hier im Blog eigentlich keine Werbung für irgendwelche Energieversorger. Aber den Energie-Dackel finde ich ganz nett.

Der Energie-Dackel kennt sich aus

“Ja, richtig: Ich bin wieder da! Als Energie-Experten sind wir Dackel gefragter denn je. Also mach ich wieder Werbung. Weil es Spaß macht”, heißt es auf der Homepage von RWE.

“Und Sie haben auch was davon”, geht es weiter, “mit dem Online-Energieberater von RWE erfahren Sie, wo Sie in Ihrem Haushalt zu viel Energie verbrauchen. Und was Sie dagegen tun können.”

Es lohnt sich vielleicht auch für Sie, da mal einen Energiecheck machen zu lassen.

Linktipps:

Screenshot © by RWE

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Strompreise in Deutschland – Weltspitze

Montag, den 19. Mai 2008

Die Nummer 1 sind wir zwar noch nicht, da ist Italien mal wieder vor uns. Aber immerhin sind wir auf Platz 2, was die Strompreise betrifft. Die “FAZ am Sonntag” veröffentlichte gerade die durchschnittlichen Strompreise pro Kilowattstunde in Cent für das laufende Jahr 2008.

Hier die Rangliste:

Aktuelle Strompreise 

Wir zahlen also die zweithöchsten Strompreise und haben uns durch die vielen Preiserhöhungen im letzten Jahr fast bis ganz an die Weltspitze gekämpft. Im Schnitt haben die Versorger im letzten Jahr die Preise um sage und schreibe 16,7% nach oben geschraubt. Herzlichen Glückwunsch, liebe Versorger.

Doch wer ist Schuld an dem ganzen Schlamassel? Die Politik, die Unternehmen, oder wir selber? Fakt, ist, dass aktuell kein wirklicher Wettbewerb im deutschen Strommarkt herrscht und die großen “Vier” (EON, RWE, EnBW, Vattenfall) 90% Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland haben. Das auch noch die Netze im wesentlichen in der Hand der großen “Vier” sind, macht die Sache nur noch schlimmer. Und die Preise steigen weiter - auch im Jahr 2008 geht es wieder nur in eine Richtung, nach oben.

Was können wir tun? Stromtarife vergleichen und den Anbieter wechseln sowie effizienter mit Energie umgehen. Der Anbieterwechsel ist für uns Verbraucher ein wichtiges Mittel, mit dem wir Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen können. Warten Sie nicht längern, handeln Sie.

http://www.stromauskunft.de/index.php?phpurl=stromrechner.php


Dr. Jörg Heidjann, Betreiber der StromAuskunft im Internet.

 

 

 

 

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Wertvolle Abfälle

Samstag, den 17. Mai 2008

Müll kann wertvoll sein. Das Vergärung von Müll zu Biogas ein weiterer Schritt in Richtung “Energieunabhängigkeit”. Auf der IFAT 2008 wurden entsprechende Lösungsansätze gezeigt.

Biogas auf der IFAT 2008: Abfälle als Gasquelle

In den vergangenen Monaten wurde beim Thema „Energiegewinnung aus Biomasse“ viel über mögliche Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft diskutiert: Bewirkt die Strom- und Wärmeerzeugung aus Mais und Getreide eine Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion? Ist der Ausbau der nachwachsenden Rohstoffe mit einem vermehrten Düngemittel- und Pestizideinsatz verbunden? Fördert er durch Importe letztlich sogar die Zerstörung ohnehin schon bedrohter, tropischer Ökosysteme?

Es gibt aber auch Biomasse, die sich diesen Kritikpunkten nicht stellen muss: Auch aus Bioabfällen kann durch Vergärungsverfahren energiereiches und klimaneutrales Gas gewonnen werden.

Dies fängt beim Inhalt der braunen Tonne an. Getrennt erfasster Bioabfall und Speisereste eignen sich hervorragend für die Vergärung zu Biogas. Zwar wird in Deutschland derzeit der Großteil der 8,4 Millionen Tonnen des bei den Haushalten separat gesammelten Bioabfalls (Stand: 2006) kompostiert, aber durch die Klimaschutzdiskussion, die hohen Energiepreise, die Förderung durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) und die Fortschritte in der Biogas-Technologie steigt das Interesse an Vergärungsverfahren.

Die Entscheidung für Kompostierung oder Vergärung hängt in erster Linie von der Art der Ausgangssubstrate ab. Handelt es sich um leicht abbaubare, flüssige oder pastöse Stoffe, ist die Vergärung zu bevorzugen. Holz- und damit ligninreiche, schwer abbaubare Stoffe sind dagegen eher für die Kompostierung geeignet.

Während bei der reinen Kompostierung nur eine stoffliche Verwertung zum Endprodukt Kompost stattfindet, ist die Vergärung sowohl eine stoffliche als auch energetische Verwertung, denn neben der Biogaserzeugung können auch die aufbereiteten Gärrückstände als Dünger verwendet werden. Da die Vergärungsverfahren in der Regel teurer als die Kompostierungssysteme sind, ist die Investition in eine Vergärungsstufe nur dann sinnvoll, wenn die Erlöse aus dem Strom- und Wärmeverkauf die zusätzlichen Aufwendungen kompensieren.

Auch aus zunächst unsortiertem Hausmüll lässt sich Biogas gewinnen. Das Schlüsselwort heißt hier „Mechanisch-biologische Abfallbehandlung (MBA)“. Hinter dieser Technologie steht das europaweite Umweltziel, das Deponievolumen im Interesse einer modernen, ökologisch orientierten Abfallwirtschaft zur reduzieren. In Deutschland dürfen bereits seit dem 1. Juni 2005 keine unvorbehandelten Abfälle mehr deponiert werden. In den MBA-Anlagen sortieren Sieb- und Abscheideverfahren den Abfall zunächst mechanisch in verschiedene Stoffströme.

Die biologische Fraktion wird entweder kompostiert oder zu Biogas vergoren. In Deutschland, dem Vorreiterland der MBA-Technik, gibt es nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA, Ennigerloh) aktuell 48 MBA-Anlagen, Acht davon mit Biogaserzeugung. Damit ist der Markt hierzulande weitgehend gesättigt. Anders sieht es im europäischen Ausland und in Asien aus. So plant zum Beispiel die Abfallorganisation GMWDA der Stadt Manchester in Großbritannien derzeit den Bau von fünf neuen MBA-Anlagen.

Neben den Endverbrauchern und Kommunen liefern auch Industrie und Gewerbe mit ihren Abfallströmen verwertbare Energieträger. So soll beispielsweise eine neue Biogasanlage im Industriepark Höchst in Frankfurt am Main ab Mitte dieses Jahres jährlich 310.000 Tonnen industriellen Klärschlamm schlucken, ergänzt durch bis zu 90.000 Tonnen überlagerte Lebensmittel, Schlachtabfälle, Altfette und Rückstände aus der pharmazeutischen Industrie. Das 15 Millionen-Euro-Projekt wird daraus etwa vier Megawatt Strom sowie zwei Megawatt Wärme erzeugen und in die Versorgungsnetze des Industrieparks einspeisen. Vielen der hier ansässigen, rund 90 Chemie-, Pharma- und Biotechnologieunternehmen bietet sich so eine umweltfreundliche Entsorgungslösung für ihre organischen Abfälle. Außerdem soll die in dieser Form einzigartige Anlage nach dem Willen ihrer Betreiber zur Stabilisierung der Energiepreise im Industriepark beitragen.

Linktipp

Pressefoto © IFAT 2008

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Atomvertrag mit Brasilien verlängert

Mittwoch, den 14. Mai 2008

Zur Verlängerung des deutsch-brasilianischen Atomvertrags erklären Jürgen Trittin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Thilo Hoppe, Leiter der AG Globalisierung, Global Governance und Welthandel.

Merkel und Glos demütigen Steinmeier und Gabriel

Die SPD ist gegenüber ihrem Koalitionspartner eingeknickt. Die Fortsetzung der Atomkooperation mit Brasilien ist anachronistisch. Darüber kann auch ein zeitgleich geschlossener Vertrag über die Kooperation bei erneuerbaren Energien nicht hinwegtäuschen. Die Minister Steinmeier und Gabriel sind vom Wirtschaftsministerium und der Atomlobby über den Tisch gezogen worden.

Wer den Atomausstieg im eigenen Land will, kann nicht glaubhaft erklären, warum langfristig mit anderen Staaten auf diesem Gebiet kooperiert werden soll. Erst recht nicht, wenn der Partner Brasilien heißt: Das Land

braucht keine Atomenergie. Schon heute werden 80 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Wenn Brasilien den gesamten Brennstoffkreislauf beherrschen will, hat das nichts mit energiepolitischen Erwägungen zu tun.

Die große Koalition war bisher bei der Frage nach der künftigen Energiekooperation mit Brasilien tief gespalten. Noch im März 2007 bezog sich die SPD positiv auf einen grünen Bundestagsantrag, das Atomabkommen aus Zeiten der brasilianischen Militärdiktatur durch einen Erneuerbares-Energien-Abkommen zu ersetzen. Die Union dagegen warb massiv für die Neubelebung der Atomkooperation mit Brasilien, von der vor allem Siemens profitieren würde. Die internationale Kooperation soll aus Sicht der Union die Nutzung der Atomtechnologie wieder hoffähig machen.

Bereits 2004 bekundeten die deutsche und die brasilianische Regierung, den Atomvertrag durch einen neuen Energievertrag mit dem Schwerpunkt der Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz abzulösen. Die sich jetzt abzeichnende Kooperation in allen Bereichen der Energiepolitik ist ein Rückschritt für eine zukunftsfähige Energiekooperation zwischen Deutschland und Brasilien.

Thilo Hoppe ist Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quelle: © Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Foto: AKW in Brokdorf Pixelio | Templermeister

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17 neue Kohlekraftwerke

Dienstag, den 13. Mai 2008

Wie der Deutsche Bundestag in seiner Ausgabe 136 vom 13. Mai 2008 berichtet, sind 17 neue Kohlekraftwerke bereits im Bau oder in der Planung. Macht das einen Sinn?

Atomenergie war gestern – Kohle für morgen?

KohlekraftwerkBerlin: (hib/AS) Derzeit sind in Deutschland insgesamt an 17 Standorten Kohlekraftwerke im Bau oder in der Planung. Diese Zahl geht aus einer Antwort der Bundesregierung (16/9032) auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (16/8554) über die Zukunft der Kohleverstromung hervor. Bei 15 der Kraftwerke handelt es sich um Steinkohlekraftwerke, zwei der Kraftwerke sollen mit Braunkohle betrieben werden. In ihrer Antwort gibt die Regierung keine Auskunft darüber, wie hoch sie die durch den Bau von Kohlekraftwerken verursachten CO2-Emissionen in den kommenden Jahren einschätzt. Zur Begründung heißt es, dass die jährlichen Emissionen durch die Vorgaben zum Emissionshandel begrenzt würden. An anderen Schadstoffen wurden durch die Kohleverstromung im Jahr 2006 von den laufenden Kohlekraftwerken unter anderem 235.000 Tonnen Schwefeldioxid (SO2) und 2,18 Tonnen Quecksilber ausgestoßen, heißt es in der Antwort weiter.

In einer Vorbemerkung zu ihrer Antwort erklärt die Regierung, dass sie “mit Nachdruck den intensiven Ausbau erneuerbarer Energien” anstrebe. Dennoch werde “noch für lange Zeit” Strom zum großen Teil aus fossilen Energieträgern erzeugt werden müssen, wobei moderne und hocheffiziente Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen würden. Der Einsatz fossiler Energieträger, so die Regierung, stehe nicht im Gegensatz zu einer ehrgeizigen Klimaschutzpolitik. Die Grünen hatten in der Kleinen Anfrage erklärt, dass die Stromerzeugung aus Braun- oder Steinkohle mit über 300 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr die “bedeutendste Quelle klimaschädlicher Emissionen” sei.

Quelle: Deutscher Bundestag

Foto Pixelio.de | Kohleverladekran am Kraftwerk, Sascha Sambale

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